26. August 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Diens­tag, den 26. Aug.[ust] 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Du! Du!!!

Welch lie­ber, lie­ber Bote ist heu­te zu mir gekom­men! Wie  strahlt es mir von Lie­be und Freu­de, von Seh­nen und Jubeln – Gelieb­te! Gelieb­te!!! Soo­viel Freu­de in Dir, soo­viel Erwar­tung! Ach Du!!! Du!!!!! So rein und lau­ter und gläu­big, so tief und heiß kommt sie mir ent­ge­gen, so fes­ter Zuver­sicht, so unbe­sieg­bar – Dei­ne unend­li­che Lie­be!!!!! !!!!! !!! Herz­lieb! Du wirst mich fest­hal­ten, ganz fest­hal­ten, mit bei­den Hän­den heiß mich umschlin­gen, unser Glück zu krö­nen – aus­zu­trin­ken den Brun­nen des Glücks, den Becher seli­ger Freu­de zu lee­ren bis auf den Grund – und ich? ich wer­de bei Dir blei­ben – bei Dir blei­ben ohne Wider­stre­ben – bei Dir blei­ben!!! bei Dir blei­ben!!!!! !!!!! !!! Du! Oh Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

25. März 1941

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Sonn­tag, den 23. März 1941.

Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Gelieb­te, Herz­al­ler­liebs­te mein!!

Sonn­tag­vor­mit­tag ist. Wir fah­ren noch immer. Wei­ter, wei­ter auf der Haupt­bahn auf die Stadt zu im Rei­che der Mär­chen von 1000 und 1 Nacht. Fei­er­täg­lich ist die Natur: eine brei­te Ebe­ne mit grü­nen­den Wei­den, im Hin­ter­grun­de meh­re­re Kulis­sen von Höhen­zü­gen, die nie­de­ren im Vor­der­grun­de gras­be­deckt braun, die hin­te­ren schon in blau über­ge­hend bis zu den schnee­be­deck­ten Gip­feln. Es ist trü­be und noch immer kühl. Wei­ter­le­sen!

09. März 1941

Lübeck Dom-von-Westen 070311.jpg
Lübe­cker Dom mit Dop­pel­spit­ze. Foto von Tors­ten Bol­ten, 3/2007, lizen­ziert als CC BY-SA 3.0 über wiki­pe­dia 3/2016.

[410309–1-1]

Sonn­tag, den 9. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Was wirst Du den­ken? Ich hat­te so wenig Zeit für Dich die­se letz­ten Tage. Ach Gelieb­te! Nichts Arges wirst Du den­ken, ich weiß es. [Du] Wirst Dir nur wün­schen, bei mir zu sein in die­sen kri­ti­schen Tagen und Stun­den. Herz­lieb! Du bist es auch – immer Du!!! [Du] Bist es mir zum Tros­te, zur Wach­sam­keit, als Mit­tel­punkt all mei­nes Den­kens und Sin­nens und Betens. Herz­lieb, es ringt in mir! Ich fra­ge nach dem Sinn des Neu­en – es ist die Unge­duld, ist Ver­zagt­heit, und ich bit­te Gott, er soll sie von mir neh­men. Herz­lieb, Schmerz will mich erfül­len bei dem Gedan­ken, daß wir noch ein­mal so weit und so lan­ge getrennt wer­den sol­len, wo wir uns doch so sehr seh­nen, eins zu sein und mit­ein­an­der zu gehen. Ich fra­ge Gott und bit­te ihn, er möge uns demü­tig machen in sei­nem Wil­len. Wei­ter­le­sen!

15. Dezember 1940

Antoniterkirche Köln 1940.jpg
Weih­nachts­zeit 1940, hier die Anto­ni­ter­kir­che Köln, Foto von ev. Gemein­de Köln, lizen­ziert unter Copy­right­ed free use über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2015.

[401215–2-1]

Sonn­tag, am 3. Advent 1940.

Gelieb­ter, mein [Roland]!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Du!!!

Du!! Wie soll ich denn nun anfan­gen mit der Bot­schaft, die ich Dir brin­gen will? Ach, Du!!! Hast Du es nicht schon gefühlt heu­te früh, genau um 700, mit dem Glo­cken­schlag? Du mußt es ja doch gefühlt haben — Du — so jäh, so hef­tig und so innig, fest dach­te ich an Dich, mein Herz!! Du!! Du!!! Ach, die gan­ze Nacht schon muß­te ich Dei­ner den­ken, weil ich wie­der ein­mal nicht schla­fen konn­te, Du! Und dabei war ich so erschöpft. Hef­ti­ge Schmer­zen im Leib plag­ten mich — ich konn­te kein Auge zu tun. Ich hat­te Angst, daß ich mir etwa Scha­den getan hät­te beim Waschen. Wir haben näm­lich alles auf der Hand gewa­schen, nicht mit der Wasch­ma­schi­ne, weil’s da so über die Wäsche geht — und das strengt den Rücken und den Leib ganz schön an; aber ich habe mich doch so in acht genom­men. Wei­ter­lei­ten!

12. November 1940

Auszug aus dem Brief, Rote Randmarkierung.
Aus­zug aus dem Brief, Rote Rand­mar­kie­rung.

[401112–2-1]

Diens­tag, am 12. Novem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!! Gelieb­ter Du!!

Dein lie­ber Bote vom Sonn­abend kam heu­te. Du!!

Ich dan­ke Dir recht sehr dafür.

Er ließ mich füh­len, wie Du recht besinn­lich gestimmt warst an dem Tag. Irgend etwas [sic], ein Erle­ben in Dei­ner Umwelt gab Dir den Anlaß dazu, und ich bin froh, daß Du Dich mir auch hier­in anver­trau­en kannst, mein lie­ber [Roland]. Ich bin dar­um froh, weil Du aus dem Bewußt­sein her­aus Dich mir in allem mit­teilst, daß das was Du mir sagen mußt, nicht auf lee­ren Boden fällt. Und ich ver­ste­he Dich auch, mein [Roland]. Wei­ter­le­sen!