03. Dezember 1941

[411203–2-1]

Mitt­woch, am 3. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Mein Herz­lieb!

Abends ist mei­ne Zeit gekom­men, da ich wie­der ganz bei Dir sein kann. Mitt­woch ist, Kin­der­s­char­tag. Heu­te hat­te ich ver­spro­chen, daß wir Kas­perlthea­ter spie­len. ¾ 3 [Uhr] klin­gelt es schon unten. „Frau [Nord­hoff]! wir sind da mit dem Thea­ter!“ Und so muß­te ich denn mit den Buben los­zie­hen nach der Pes­ta­loz­zi-Schu­le. Ein Thea­ter­stück hat­te ich nur erwischt: „Kas­perl und der Zahn­arzt“. Es war ganz nett. Die Rol­len wur­den ver­teilt, dann ging’s los. Wei­ter­le­sen!

26. August 1941

T&Savatar[410826–1-1]

[Thes­sa­lo­ni­ki] Diens­tag, den 26. Aug.[ust] 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Du! Du!!!

Welch lie­ber, lie­ber Bote ist heu­te zu mir gekom­men! Wie  strahlt es mir von Lie­be und Freu­de, von Seh­nen und Jubeln – Gelieb­te! Gelieb­te!!! Soo­viel Freu­de in Dir, soo­viel Erwar­tung! Ach Du!!! Du!!!!! So rein und lau­ter und gläu­big, so tief und heiß kommt sie mir ent­ge­gen, so fes­ter Zuver­sicht, so unbe­sieg­bar – Dei­ne unend­li­che Lie­be!!!!! !!!!! !!! Herz­lieb! Du wirst mich fest­hal­ten, ganz fest­hal­ten, mit bei­den Hän­den heiß mich umschlin­gen, unser Glück zu krö­nen – aus­zu­trin­ken den Brun­nen des Glücks, den Becher seli­ger Freu­de zu lee­ren bis auf den Grund – und ich? ich wer­de bei Dir blei­ben – bei Dir blei­ben ohne Wider­stre­ben – bei Dir blei­ben!!! bei Dir blei­ben!!!!! !!!!! !!! Du! Oh Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

31. Mai 1941

T&Savatar[410531–2-1]

Pfingst­sonn­abend, am 31. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Glo­cken­klang dringt von drau­ßen her­ein in’s Zim­mer, es ist gleich 7 Uhr abends. Sie läu­ten das Pfingst­fest ein! So schön ist das immer und so sin­nig – ach Herz­lieb! Könn­test Du nun heu­te, wie es frü­her war, an mei­ner Sei­te sein, Dich mit mir freu­en am Fei­er­abend, freu­en auf das Fest und den Kirch­gang. Das ist alles so schön, lieb, so selbst­ver­ständ­lich, dies[es] Pro­gramm, wie wir es Jahr für Jahr hal­ten. Und es ist so recht ein Au[s]druck hei­mat­li­chen Brauch­tums und hei­mat­li­cher Sit­te. Herz­lieb! Mein Herz­lieb! Du wirst an all das den­ken, heu­te – mor­gen. Ach, ich weiß es doch, Liebs­ter!! Du!! [Du] Sollst nicht trau­rig sein bei Dei­nem Heim­ge­den­ken, Gelieb­ter!! Du bist ja sooo fest und sooo lieb in mein Herz ein­ge­schlos­sen, Du nimmst an allem mit teil!! Du gehst mit mir, wohin ich mei­ne Schrit­te auch len­ken mag!! Gelieb­ter!!! Du bist mir immer gegen­wär­tig!! Wei­ter­le­sen!

18. Mai 1941

T&Savatar[410518–2-1]

Sonn­tag­abend, am 18. Mai 1941

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Das Brief­pa­pier ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt wel­ches auf­trei­ben kön­nen. Erst kom­men­de Woche bekom­men die Geschäf­te wie­der wel­ches her­ein. Aber dies hier ver­rich­tet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Herz­lieb alles Lie­be erken­nen kann, das ich ihm schrei­ben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Wei­ter­le­sen!

22. April 1941

T&Savatar[410422–1-1]

Diens­tag, den 22. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Gelieb­te mein!!

Uns[e]re Tage hier sind gezählt. Heu­te wur­den wie­der 20 Mann aus­ge­sucht zur Abfahrt mor­gen früh. „Wir 3“ sind nicht dabei, Hap­ke ist mit dar­un­ter. Für uns kann auch stünd­lich der Befehl kom­men. Die Rei­se dahin dau­ert etwa 3 Tage. Sie wird im Auto zurück­ge­legt. Viel[e] Kilo­me­ter sind es gar nicht; aber die Stra­ßen wer­den durch den Nach­schub stark befah­ren sein. Bald wer­den wir also am Zie­le uns[e]rer Rei­se sein und – so hof­fen wir – uns etwas häus­li­cher ein­rich­ten kön­nen, einen rich­ti­gen Arbeits­platz bekom­men — so wer­den uns dann die Tage rascher und die Wochen regel­mä­ßi­ger ver­ge­hen – und damit, Herz­lie­bes, die Tage der Tren­nung. Leicht kann es nun gesche­hen, daß die Post wie­der ins Sto­cken gerät. Von heu­te ab muß der Hubo sich schon wie­der fein gedul­den: alle Post wird schon nach Salo­ni­ki gelei­tet. Weißt, wenn erst die Eisen­bahn wie­der rich­tig fährt von Salo­ni­ki aus, dann wird sie immer bes­ser gehen zwi­schen uns. Für die ers­ten Wochen wird sie wohl etwas län­ger brau­chen. Wei­ter­le­sen!