05. September 1938

Chor beim Ausflug, vor dem Briefwechsel etwa 1937 oder 1938; Vollbild siehe: http://www.tonkuhle.de/news/21559-trug-und-schein-ein-briefwechsel.html

[380905–1‑1]

L. am 5. Sept. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Lan­ge hat der Sonn­tag in mir nach­ge­klun­gen, und es war kein Miß­ton in dem Klang. Ihre Fra­ge am Brie­fen­de sagt mir, daß auch Sie zufrie­den waren. Schon im Zuge habe ich mich über mei­ne alber­ne Ant­wort geär­gert: „Doch, es war sehr nett”. Sie hät­ten nicht fra­gen sol­len. Sie dür­fen nicht glau­ben, daß ein klei­ner Ver­druß mich so leicht ver­stim­men könn­te. Daß Sie den Zuschlag lös­ten, hat mich nicht ein­mal ver­dros­sen. Sie ken­nen mei­ne Ansicht: Sie brin­gen das Opfer der grö­ße­ren Rei­se; was Sie in 2 Tagen ver­die­nen, habe ich in einem; ein Mäd­chen muß anders rech­nen als ein jun­ger Mann. Ich habe auf Ihren Brief gewar­tet. Wenn er am Frei­tag nicht gekom­men wäre, hät­te ich mir Gedan­ken gemacht. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error