Trug und Schein: Ein Briefwechsel

17. November 1938

[381117–1‑1] L. am 17. Novem­ber 1938. Lie­be [Hil­de]! Vie­len Dank für Ihre Brie­fe. Seit ich mir über­legt habe, wie wenig Zeit Ihnen bleibt, einen Brief zu schrei­ben, unge­stört zu schrei­ben, rech­ne ich Sie sie [sic] Ihnen dop­pelt. Was Sie abends fort­schi­cken, erreicht mich regu­lär am über­nächs­ten Tag früh. Wenn ich es abho­le, wie heu­te, Nach­mit­tag des […]

10. November 1938

[381110–1‑1] L. am 10. Nov. 1938. Lie­be [Hil­de]! Sie dür­fen Ihren Bei­trag zu uns[e]rer Freund­schaft nicht gering ach­ten. Lie­be und Güte sind Tugen­den des Her­zens. Sie sind heu­te so sel­ten. Über­all regiert der kal­te Ver­stand, der Vater des Zwei­fels. Auch ich bin der Lie­be ent­wöhnt. Hart war ich oft gegen mich selbst. Hart macht unser Beruf, […]

21. Oktober 1938

[381021–1‑1] L. am 21. Okto­ber 1938. 19.10.38 Heu­te muß ich mit einer Erklä­rung begin­nen. Ihr neu­er Brief­schluß ist nicht nur um ein Grad son­dern um meh­re­re Grad herz­li­cher und wirkt mei­nem Emp­fin­den nach zurück auf die Anre­de. Ich bin ganz ein­ver­stan­den. Nur mein Name gefällt mir nun nicht. 

15. Oktober 1938

[381015–1‑1] 13.10.38 L. am 15. Okto­ber 1938. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Drei­und­zwan­zig Bil­der besit­ze ich jetzt von Ihnen und drei­und­zwan­zig Brie­fe. Das mag für mich der Anlaß sein, mich Ihrem Brief­ge­den­ken anzu­schlie­ßen. Dies­mal habe ich beson­ders unge­dul­dig auf Ihren Brief gewar­tet, ohne daß ich einen rech­ten Grund dafür anfüh­ren könn­te. Ganz gegen die Abma­chun­gen begann die Schule […]

28. September 1938

[380928–1‑1] B. am 28.9.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Am Mon­tag­mor­gen frag­te ich Sie, was Sie so besinn­lich gestimmt habe. Ich woll­te dann Ihre Hand neh­men und Ihnen sagen: „Ich bin heu­te so froh.” Ich brach­te es nicht her­aus. Froh­ge­macht hat mich unser Gespräch am Abend zuvor. Es hat mir den Blick gewei­tet für den rech­ten Sinn […]

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