Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Zukunft

16. November 1938

[381116–2‑1] O., am 16. Nov. 1938. Lie­ber [Roland]! Drau­ßen herrscht unfreund­li­ches Wet­ter, sehr trü­be ist es — ein wenig beherrscht es sogar mei­ne Stim­mung. Ich war heu­te nicht zum Got­tes­dienst, die Kan­to­rei hat auch nicht gesun­gen. Jetzt hal­ten die Eltern noch Mit­tags­ru­he, mei­ne Gedan­ken sind bei Ihnen. Ich befürch­te, daß Sie mei­ne Kar­te nicht mehr […]

07. September 1938

[380907–2‑1] O., am 7. Sep­tem­ber 1938 Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Es ist eigent­lich schwer zu sagen[,] wie froh, wie erlöst ich war, als ich Ihre lang erwar­te­te Nach­richt in den Hän­den hielt. Ich bin Ihnen zu dop­pel­tem Dank ver­pflich­tet, und ich tue das von gan­zem Her­zen. Ihre Sonn­tags­grü­ße aus der Hei­mat haben dazu bei­getra­gen, mich hoff­nungs­vol­ler […]

31. August 1938

[380831–2‑1] O., am 31. August 38. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! [I]ch bin am Sonn­tag wie­der gut zu Hau­se ange­langt. Doch nicht so froh und unbe­schwert als ander­mal. Sie muß­ten es ganz gewiß auch spü­ren; es ist seit dem Abschied etwas zwi­schen uns getre­ten, etwas Dunk­les, Frem­des. Ich quä­le mich die gan­ze Zeit mit dem Gedan­ken, daß […]

18. August 1938

[380818–1‑1] 16.8.38 18.8.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Vie­len Dank für Ihre lie­ben Zei­len. Ich muß rich­tig­stel­len: Ganz ein­sam bin ich nicht mehr. Es ist jemand, der sich um mich küm­mert. Sie ken­nen die­sen Jemand. Der Gedan­ke an die­se lie­be Per­son, daß ich ihr alles schrei­ben und mit­tei­len könn­te, daß sie mir bleibt nach dem Ver­lust, sie […]

03. August 1938

[380803–2‑1] O., am 3. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Wohl­be­hal­ten lang­te ich am Sonn­tag in O. an. In Chem­nitz ange­kom­men, bin ich im Höl­len­tem­po rüber nach unser[e]m Bahn­steig gerannt; ein­stei­gen und abfah­ren, das war eins. Ich möch­te nur wis­sen[,] ob auch Sie so matt und abge­spannt waren die­se Tage. Unser Aus­flug allein kann das doch […]

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