01. November 1939

Lviv 1939 Sov Cavalry
Die sowje­ti­sche Kaval­le­rie para­diert durch Lviv, Polen, 28 Sep­tem­ber 1939, Quel­le: Sowie­ti­sches Wochen­schau, auch in Radi­ans­ka Prav­da, Kiev, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2014
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O., am 1. Novem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein [Roland]!

Kurz nach 4 Uhr ist es — ich hab[e] den Tag end­lich geschafft. Du, Liebs­ter! Drau­ßen scheint die Son­ne, ach und über­all, wohin ich sehe, ist’s als sei alles vom Son­nen­schein ver­klärt. Du! Die gan­ze gro­ße Selig­keit die­ser ver­gan­ge­nen Tage tra­ge ich noch in mir. Es war so schön bei Dir, Du!

Noch 17 Tage, dann bist Du wie­der bei mir, Liebs­ter! Wei­ter­le­sen!

10. September 1939

Bundesarchiv Bild 101I-012-0018-06A, Polen, Gefallene polnische Soldaten.jpg
Gefal­le­ne pol­ni­sche Sol­da­ten, Polen, 09.1939, Foto: Kliem, DBa Bild 101I-012‑0018-06A, Lizen­ziert unter CC-BY-SA-3.0-de über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014

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O., am 10. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Du weißt ja nicht wie froh ich bin, daß ich end­lich Gewiß­heit habe. Bis zum letz­ten Augen­blick habe ich gehofft, daß Du mir schrei­ben wirst. Ges­tern, am Sonn­abend, muß­te doch der end­gül­ti­ge Bescheid kom­men — einen Kar­ten­gruß erhielt ich wohl, für den ich herz­lich dan­ke — doch nichts, was mir Auf­schluß geben könn­te, in mei­ner Rat­lo­sig­keit. Am Frei­tag war schon Geschäfts­schluß ein gan­zer frei­er Sonn­abend lag vor mir. Ich hat­te alles vor­be­rei­tet, zurecht­ge­macht: ent­we­der zur Abrei­se, oder zu Dei­nem Emp­fang. Ich war­te­te nur auf Dei­ne Anwei­sun­gen. ½ 3 kam das Post­au­to, ich bin an den Schal­ter gegan­gen, habe gefragt, nichts dabei. Nun war­te­te ich bis zum Abend mit den Eltern auf Dein Kom­men — ver­ge­bens. Wei­ter­le­sen!

05. September 1939

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

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S. am 5. Sep­tem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Sei recht sehr bedankt für Dei­nen lan­gen, schö­nen Brief.

Glau­bet ihr nicht, so blei­bet ihr nicht.“ [Jesa­ja 7:9]

Was betrübst Du Dich, mei­ne See­le

und bist so unru­hig in mir?

Har­re auf Gott!“ [Psalm 42:6] Wei­ter­le­sen!

04. September 1939

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(3. Sep­tem­ber 1939.)

O., am 4. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nimm mei­nen herz­lichs­ten Dank für Dei­nen lie­ben Sonn­tags­gruß, der mich so uner­war­tet über­rasch­te und erfreu­te. Zugleich schrie­ben mir auch Dei­ne lie­ben Eltern. Als ers­tes kom­me ich gleich zu Dei­nem Vor­schla­ge, den ich voll und ganz bil­li­ge. Ich den­ke, daß ich Mon­tags und Don­ners­tags schrei­be und Du Diens­tags und Frei­tags — oder an einem Tage der Dir lie­ber ist. Wei­ter­le­sen!

02. September 1939

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O., am 2. Sep­tem­ber 1939.

Am Mon­tag.

(2. Sep­tem­ber 1939.)

Mein lie­ber [Roland]!

Der ers­te Tag wie­der daheim, er ver­ging im Ver­gleich mit dem ver­gan­ge­nen recht lang­sam und er war aus­ge­füllt mit stram­mer Arbeit. Es war mir nicht leicht heu­te, ich füh­le recht deut­lich, wie Ihr Lie­ben mich ver­wöhnt habt in die­sen 14 Tagen. Ich bin so von Dank­bar­keit erfüllt, daß ich die­se schö­ne Zeit erle­ben durf­te. Wei­ter­le­sen!