11. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 11. Okto­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se immer zie­he, muß­te ich able­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, haben wir die Arbeit ein­ge­holt. Und so haben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] haben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le allein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Augen­de­ckel, und so habe ich sie auch ruhig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!

22. März 1941

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Sonn­abend, den 22. März 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

[ [sie­he Abbil­dung] Der letz­te Maschi­nen­wech­sel und län­ge­re Auf­ent­halt vor unse­rem ers­ten Ziel. Wir sind 150 km vor S.[sic] Ein herr­li­cher Tag ist drau­ßen heu­te, frisch aber mit Früh­lings­ah­nen geht die Luft. Wo wir eben jetzt fah­ren ist es etwa so grün wie bei Euch zu Hau­se. Freund­lich und gut bebaut das Land, gar nicht fremd anmu­tend – vie­le Schaf­her­den mit Hun­den dar­um und einem Esel meist, auf dem der Schä­fer heim­wärts rei­tet. Wei­ter­le­sen!