01. Mai 1942

[420501–2-1]

79.

Frei­tag, am 1. Mai 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Nun hat die Mai­en­zeit begon­nen, die viel besun­ge­ne, die Zeit der Lie­ben­den – Won­ne­mo­nat! Ach ja – wir spü­ren hier noch nichts von der Won­ne lin­der, kosen­der Früh­lings­lüf­te. Im Gegen­teil: der klei­ne Tem­pe­ra­tu­ren­an­stieg [sic] ist wie­der zurück­ge­fal­len und wir ver­zeich­nen statt Wär­me­gra­de Käl­te­gra­de. Heu­te schneit es lus­tig drauf­los! Kalt ist’s auch. Na, nur nicht gleich ver­zwei­feln und nicht gleich den Kopf ver­lie­ren! Es muß doch ein­mal bes­ser wer­den, der Monat ist noch lang! Wei­ter­le­sen!

05. Januar 1942

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Mon­tag, am 5. Janu­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­ter [Roland]! Du!!

Ges­tern und heu­te ging der Post­bo­te vor­bei. Es stimmt schon mit der unpas­sier­ba­ren Brü­cke, ich spü­re es doch schon bis hier­her, Herz­lieb! Ob Du auch so spar­sam nur Post bekommst? Du, ich freue mich schon auf den Packen, der ankom­men muß, wenn alles wie­der im alten Geleis läuft! Den­ke doch, was mir alles noch fehlt! Das heißt, wenn Du täg­lich geschrie­ben hast,: Vom 22., 23., 27, [sic] 28., 30. – also mehr will ich vor­der­hand noch gar­nicht [sic] in Hän­den hal­ten.

“05. Janu­ar 1942” wei­ter­le­sen

01. Dezember 1941

[411201–2-1]

Mon­tag, am 1. Dezem­ber 1941

Her­zen­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!!

Mit­tags­stun­de ist. Stil­le rings um mich. Vater schläft. Mut­ter ist fort­ge­gan­gen, zu Oma nach M. Ich habe mei­ne Küchen­ar­beit been­det und nun will ich erst noch ein Weil­chen mit Dir plau­schen, ehe ich an die ande­ren schrei­be. Nach B., auch eine klei­ne Anmel­dung an die bei­den Land­wir­te möch­te ich los­las­sen. Wei­ter­le­sen!

12. November 1941

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Mitt­woch, am 12. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter Du!!!

So wie abwech­selnd Don­ners­tag und Frei­tag Dein frei­er Tag ist, so ist Mitt­woch mein unfrei­er Tag.

Aber ich kla­ge nicht dar­um; denn der Abend gehört ja noch mir! Und nun ist es Abend und ich set­ze mich zu Dir, mei­nem liebs­ten Gesell! Zu Dir, dem ich alle mei­ne Zeit schen­ken möch­te! Ach, bei Dir bin ich doch am aller­liebs­ten auf Erden! Du!! Du!!! Weißt Du das Herz­lieb? Du!!! Ich muß Dich sooo lieb haben, oh!!! Die Eltern sit­zen vor’m Ofen, Vater raucht mir und Mutsch von Dei­nen Ziga­ret­ten vor! Wei­ter­le­sen!

4. November 1941

T&Savatar[411104–1-2]

[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 4. Novem­ber 41

Her­ze­lein Du! Mein lie­bes teu­res Weib!

Ein klein wenig mehr Geduld hät­te das Man­ner­li nur haben dür­fen: heu­te kam doch der lie­be, lie­be Bote vom Mon­tag, den ich ver­miß­te. Er war beklebt hin­ten­drauf mit so put­zi­gen For­men, daß ich erst arg­wöhn­te, er sei geöff­net wor­den. Aber, die For­men ablö­send, erkann­te ich doch Dein bekann­tes, brau­nes Kle­be­pa­pier. Wei­ter­le­sen!