20. Dezember 1940

T&Savatar[401220–2-1]

Frei­tag, am 20. Dezem­ber 1940.

Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Roland], mein [Roland]!!

Du!! Dein Bote ist bei mir! Ges­tern nach­mit­tag kam er noch, als ich schon gar­nicht [sic] mehr auf ihn hoff­te — so spät. Mein [Roland]! Du!! Du!!! Ant­wor­test mir nun end­lich! Ich habe sie ja so sehn­süch­tig erwar­tet, Dei­ne Ant­wort, Du! Herz­lieb! Mein [Roland]! Du freust Dich!! Du freust Dich mit mir!! Du!! Ach Du!! Wie glück­lich hast Du mich gemacht! So froh, so von Her­zen froh ging ich ges­tern abend zum Sin­gen! Du hast mei­ner gedacht — Du! Ich habe es gefühlt, Du! Und genau um 8 an uns[e]rer Uhr war es, als ich den Schlu­cken ganz sehr hat­te. Wei­ter­le­sen!

12. Dezember 1940

T&Savatar[401212–2-1]

Don­ners­tag, am 12. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Gleich ist es 300, ich bin mit mei­nen Back­sa­chen start­be­reit. Es waren doch noch etli­che Hand­grif­fe, trotz­dem mir die Mutsch schon vor­ge­ar­bei­tet hat­te. Das Mehl habe ich ges­tern schon abge­wo­gen und mit der Milch noch abends rüber zum Bäcker gebracht. Aber ich wer­de ihn heu­te auch war­ten las­sen — erst war­te ich noch den Brief­trä­ger ab ½ 400, er muß ja heu­te nach­mit­tag etwas haben, früh hat­te er nichts. Wei­ter­le­sen!

09. Dezember 1940

T&Savatar[401209–2-1]

Mon­tag, am 9. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Die Mutsch sitzt mir gegen­über — ja, sie ist heut[’] noch daheim! — und liest Rosi­nen aus, macht Man­deln aus, alles Geschäf­te, die Dei­ner [Hil­de] die Geduld ausgeh[’]n las­sen — Du!! Sie meint, die Mutsch: „Wenn nur unser [Roland] da wäre, der tät[’] mir ger­ne mit hel­fen [sic]!” Na ja — soo [sic] viel gibt’s ja heu­er gar­nicht [sic] vor­zu­be­rei­ten, es fehlt ja an allen Ecken. Und wenn ich sehen wür­de, daß sie es nicht allein schaf­fen kann — na dann — ohne wei­te­res! Wei­ter­le­sen!

24. Oktober 1940

Rolands Vereidung, 03.09.1940
Rolands Ver­ei­dung, Kiel, 03.09.1940

[401024–1-1]

Don­ners­tag den 24. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Komm, rück mal erst ganz nah her­an: muß Dir erst etwas im Ver­trau­en sagen: Schlecht geschos­sen habe ich heu­te. Es war die schwie­rigs­te Übung: ste­hend frei­hän­dig. Ich kann die schwe­re Knar­re nicht ruhig hal­ten. Da hab[‘] ich bloß bis in Dein Her­zel getrof­fen: kannst es Dir den­ken? Eine 13! Ich bekam einen Schuß zu — eine Fahr­kar­te, Du! Es blieb bei der 13. Ist das nicht in Ord­nung? Einen Schuß in Dein liebs [sic] Her­zel und eine Fahr­kar­te dazu — zu Dir, Lieb, ohne Rück­fahrt? So, nun noch ein lan­ges, tie­fes Küs­sel, und nun hörst mir wei­ter brav zu. Wei­ter­le­sen!