Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Wohnung

29. November 1942

[421129–1‑1]

1. Advent, den 29. Novem­ber 1 9 4 2

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes teu­res Weib! 

Du bist zu mir gekom­men! Gelieb­te! Drei lie­be Boten sind zu mir gekom­men! Du! Du!!! Sind nur papier­ne Blät­ter, aber von daheim – von Dei­ner lie­ben Hand. Und die Zei­chen dar­auf, sie sind der Puls Dei­nes gelieb­ten Her­zens – und was sie bedeu­ten, das […]

17. November 1942

[421117–2‑1]

30.)

Diens­tag, am 17. Novem­ber 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!!!

Heu­te ist ein Brief von Dir gekom­men! Ein lie­ber Brief!

Ach, Du weißt ja nicht, wie ich mich gefreut habe, Du!!! Vom Mitt­woch, den 11. Novem­ber ist Dein Bote, an Hell­muths Geburts­tag hast Du ihn geschrie­ben. Ach, wie­viel Lie­be und Wär­me strahlt mir Dein Bote aus! Gelieb­ter! Du kommst doch wie­der mit Dei­nem gan­zen Her­zens­son­nen­schein zu mir.

13. November 1942

[421113–2‑1]

26.)

Frei­tag­abend [sic], am 13. Novem­ber 1942. 

Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Mein Her­zens­man­ner­li! Ich sit­ze beim Schein der Lese­lam­pe, im Ofen brum­melt ein lus­ti­ges Feu­er, Frei­tags ist es ja ein Bade­feu­er! Der Letz­te wäs­sert sich eben!! Papa. Die Uhr zeigt punkt [sic] sie­ben, eben höre ich unse­re Uhr schla­gen, Du!

10. November 1942

23.)

Diens­tag, am 10. Novem­ber 1942. 

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes Herz! Liebs­ter, aller­liebs­ter [Roland], Du! 

Ich habe von Dir geträumt heu­te Nacht, Du! Aber ich weiß kei­nen Zusam­men­hang mehr, weiß nur, daß Du bei mir warst. Und das ist mir auch schon genug, Her­ze­lein! Du warst bei mir! 

Wie ich dich doch lie­be! Sooo lie­be. Du! Heu­te ist kein Bote […]

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