13. Oktober 1941

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Mon­tag, den 13. Okt. 1941

Herz­lieb! Du, mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Hol­de mein!

Hu kalt ist’s heu­te bei uns. Über Nacht ist es anders gewor­den. Regen und Sturm haben sich auf­ge­macht. Ich ging spät zu Bett ges­tern. Der Sturm heul­te um und durch unser Haus. Etli­che Fens­ter­schei­ben sind noch lose bei uns. Und dort fuhr er hin­ein und trieb sein Unwe­sen die gan­ze Nacht mit Türen- und Fens­ter­schla­gen. Ich habe schlecht geschla­fen des­halb. Wei­ter­le­sen!

05. Dezember 1940

Inns­bru­cker Nach­rich­ten vom 5. Dezem­ber 1940, S. 8.

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Don­ners­tag, den 5. Dez. 1940.

Mein lie­bes teue­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Ein uner­hör­ter Lieb­ha­ber bin ich, Du! Dein Bote bleibt aus. Fin­det er sich gar nicht mehr? Mor­gen wird er kom­men, dop­pelt viel­leicht! Ach Du, ich bin so leicht nicht mehr ban­ge um Dich! Der Tele­graf in 1 ½ Stun­den, das Tele­fon (612 Eckern­för­de) in, sagen wir, in 3 Stun­den und Du sel­ber, Gelieb­te!, in reich­lich 12 Stun­den. Die Gedan­ken und Emp­fin­dun­gen aber in Sekun­den­schnel­le. Und der Weg bis zu mir, Du hast ihn durch­mes­sen, und mein Ort, er ist Dir bekannt. Will Dir gleich zum Spa­ße noch mal den Nacht­zug zu mir auf­schrei­ben:

Chem­nitz ab E 2041 [Uhr], Leip­zig ab E 2310 [Uhr], Ham­burg Hbf. an 523 [Uhr], Ham­burg Hbf. ab 643 [Uhr], Kiel an 953 [Uhr], Kiel ab (Auto­bus.) 1040 [Uhr] Wei­ter­le­sen!

08. April 1939

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Erzgebirgischer Osterhase
Erz­ge­bir­gi­scher Oster­ha­se, von Dr. Bernd Gross [CC-BY-SA-3.0], via Wiki­me­dia Com­mons, 03.2014
K. am 8. April 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Es ist doch so not­wen­dig, und es ist ein Glück, daß es in den Feri­en mög­lich ist, ein­mal Abstand zu neh­men vom Tun und Schaf­fen, und es von ande­ren Stand­punk­ten aus zu betrach­ten und zu über­bli­cken. Bei die­sen Aus­bli­cken bist Du mir stets gegen­wär­tig. Die Sor­ge um Dich, um uns, um unse­ren Weg, lie­be [Hil­de], folgt mir dabei wie mein Schat­ten.

[W]as ich vom Eltern­haus aus sah? Wei­ter­le­sen!

30. Januar 1939

T&Savatar[390130–2-1]

O., am 30. Janu­ar 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Eine Woche liegt nun erst zwi­schen unse­rem letz­ten Zusam­men­sein — viel län­ger scheint mir[‘]s schon. Voll Dank­bar­keit las ich Ihren lie­ben Brief immer wie­der. Wie flei­ßig haben Sie mei­ner täg­lich gedacht, trotz aller Arbeit. Man soll im Glück nicht zu laut jubeln — mir fällt das jetzt wahr­haf­tig schwer.

Das neue Jahr ließ uns bei­de schon erken­nen, daß es einen stür­mi­schen Anfang nimmt. Wie vie­le Über­ra­schun­gen hält es wohl noch bereit? Der ver­gan­ge­ne Sonn­abend war ein wah­rer Glücks­tag. Wei­ter­le­sen!