31. Oktober 1940

Die Gartenlaube (1866) b 757.jpg
Post im Schnee. Nach einem Ölge­mäl­de von C. Dah­len. Die Gar­ten­lau­be 757 (1866). Scan: Jowi­nix, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

[401031–2‑1]

Mitt­woch, am 30. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Einen Tag und eine Nacht schnei­te es, und noch fal­len die Flo­cken, laut­los. Der Win­ter ist da. Nichts drau­ßen, das noch ohne Weiß dastün­de. Das hel­le Schel­len­ge­läut der Pfer­de­ge­span­ne, die eilig durch den schon hohen Schnee fah­ren, erin­nert mich ganz wun­der­sam an mei­ne frü­he Jugend. Wenn die Pfer­de ihre Win­ter­gar­ni­tur Kumt und Zaumzeug umhat­ten, wenn es lus­tig vor­bei­bim­mel­te, wir Kin­der am Fens­ter, die Nasen kalt, weil wir sie vor Ne[u]gier und Auf­re­gung an die Fens­ter­schei­ben drück­ten; da konn­te mich die Mut­ter nicht mehr hal­ten. Nun muß­te aber der [Sch]litten her­vor und spä­ter die Bret­ter. Denn nun war es soweit! Die Schnee­de­cke war dick genug. Wei­ter­le­sen!

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