Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Wiedersehen

01. November 1942

Sonn­tag, den 1. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne [Hil­de]!

Der Tag neigt sich. Und nun kom­me ich erst dazu, Dein zu den­ken. Bis jetzt fand ich kei­ne Ruhe weil ich doch Dienst habe. Ich bin heu­te U.v.D. in Unter­kunft I, das ist, wo ich sel­ber woh­ne. Da ruft es oft an, die Arrestan­ten müs­sen her­aus­ge­las­sen wer­den […]

16. Oktober 1942

3.)

Frei­tag, am 16. Okto­ber 1942. am Abend.

Mein [Roland]! Ein­zig­ge­lieb­ter!

Wie drau­ßen das Wet­ter tobt! Der Herbst­sturm heult ums Haus, und der Regen klatscht gegen die Schei­ben. Wir hat­ten wohl recht mit uns­rer Annah­me, daß die gemein­sam erleb­ten Herbst­son­nen­ta­ge die letz­ten sind in die­sem Jah­re. Du! Her­ze­lein! Es war doch, als blüh­ten Feld und Wald noch ein­mal auf wie […]

26. Oktober 1941

[411026–2‑1] Sonn­tag, am 26. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein liebs­ter [Roland]. Und wie­der neigt sich ein Tag sei­nem Ende zu. Ein Sonn­tag. Wie­vie­le Sonn­ta­ge sind es noch bis Weih­nach­ten? Noch 8! Das ist wenig, ja Du? Aber wenn man sie alle muß vor­über­zie­hen las­sen, dann merkt man, wie lang doch 8 Wochen […]

27. August 1941

[410827–1‑1] Mitt­woch, den 27. Aug. 1941 Mein lie­bes, teu­res Weib! Her­zens­schät­ze­lein! Hol­de mein!! Nun ist es so weit, daß ich Dir mei­nen letz­ten Boten schi­cken soll, bevor ich sel­ber kom­me, bevor wir uns wie­der­se­hen. Oh Gelieb­te! So dicht vor uns[e]rer gro­ßen Freu­de, so kurz vor mei­ner Heim­kehr zu Dir, zu Dir, laß uns die Zeit […]

24. August 1941

[410824–1‑1] Sonn­tag, den 24. August 41 Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb neben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel näher – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­lein! Ich möch­te Dir ganz lieb etwas sagen. Wirst [Du] mir fein zuhö­ren? Das Man­ner­li […]

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