30. April 1942

[420430–2-1]

Don­ner­stag, am 30. April 1942

Herzenss­chätzelein! Geliebtes treues Herz! Mein lieb­ster [Roland]!

Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jet­zt. Ich bin nun fer­tig mit mein­er Arbeit im Hause; fer­tig für heute. Schon alles rei­negemacht habe ich, weil große Wäsche bevorste­ht; damit wir uns nicht so zu über­anstren­gen brauchen. Wir wer­den wohl Sonnabend Son­ntag waschen, – der 1. Mai wird dies­mal am 2. Mai gefeiert – da ist Mut­ter frei und Papa muß Küchenchef spie­len! Ich bin ja bloß ges­pan­nt, ob wir da etwas zu essen bekom­men, oder wird er so lang kosten, bis nichts mehr übrig ist! Weit­er­lesen!

18. März 1942

Auszug aus dem Brief mit Num­merierung

[420318–2-1]

40.

Mittwoch, am 18. III. 1942.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebter [Roland]!

Ehe mein Dienst begin­nt, will ich zu Dir kom­men. Es ist ½ 11 [Uhr] am Vor­mit­tag und ich kann eben mal ein wenig ver­schnaufen, das Essen ste­ht auf dem Feuer. Weit­er­lesen!

13. Februar 1942

Pieter Bruegel the Elder - The Tower of Babel (Vienna) - Google Art Project - edited.jpg
Der Turm­bau zu Babel, 1563, von Pieter Bruegel der Ältere, ursprünglich aus dem Google Art Project., Geme­in­frei, Link

[420213–1-1a]

Wien, den 13. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Auf dem toten Gleis, so kommt man sich hier vor, abgestellt. Ach, wie manch­er, der jet­zt so bös mit dran muß, wün­schte es sich vielle­icht so. Es ist eben kein Men­sch zufrieden mit dem, was er ger­ade hat. Und wir soll­ten es doch sein, ganz zufrieden und dankbar. Oh ja, ganz zufrieden und dankbar. Weit­er­lesen!

30. Dezember 1941

[411230–1-1]

[Saloni­ki,] Dien­stag, den 30. Dezem­ber 1941

Herza­ller­lieb­ste! Mein liebes teures Weib! Holde mein!

Oh Geliebte! Soviel Son­nen­schein ist in meinem Herzen! Soviel Glücks­ge­fühl! Oh Herzelein! Ich kon­nte doch gar keinen Schlaf find­en, keine Ruhe – ich habe Dich müssen ganz lieb­haben – Du! Du!!! Weit­er­lesen!

06. Dezember 1941

[411206–2-1]

Sonnabend, am 6. Dezem­ber 1941

Mein liebes Herzelein! Geliebter!! Mein lieber, guter [Roland]!

Nun ist es bald nach­mit­tags um 5 [Uhr]. Ich habe eben das let­zte Blech voll Hafer­flock­en­plätzchen aus dem Ofen gezo­gen. Du!! Von denen bekommst auch eine Probe! Die sind für Wei­h­nacht­en bes­timmt; denn die anderen feinen, weißt? die haben wir doch tat­säch­lich aufgegessen. Es waren halt nicht genug ­— wir aßen nur jedes 4 Stück — auf ein­mal waren sie alle. So ver­fressen sind wir!! kannst Dir einen Begriff machen! Du!! Ich will dies­mal alles ganz weit fort ver­steck­en. Dann wird sich’s schon bis Wei­h­nacht­en hal­ten. Weit­er­lesen!