30. April 1942

[420430–1‑1]

[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 30. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nun hau­sen wir schon eini­ge Stun­den im neu­en Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschla­fen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich muß­te doch noch sooo lieb Dein den­ken! Ach Her­ze­lein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­ha­ben müs­sen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit mei­nem neu­en Arbeits­platz bin ich zufrie­den. Die Mor­gen- und Vor­mit­tags­son­ne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den hei­ßen Tagen will­kom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­li­cher her­auf in das Klap­pern der Schreib­ma­schi­ne und das Krit­zeln der Feder (das ist zusam­men mit dem Geklin­gel des Tele­fons der Schlach­ten­lärm der Schreib­stu­be). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vor­teil, daß wir unge­stör­ter arbei­ten kön­nen – den Nach­teil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neu­gie­rig. Wei­ter­le­sen!

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09. August 1941

T&Savatar[410809–2‑1]

Sonn­abend, am 9. August 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du!!! Mein lie­ber, herz­lie­ber [Roland], Du!!!

Oh Herz­lieb! Du!!! Heu­te muß ich gleich so klein anfan­gen zu schrei­ben! Du!!! Soll ich Dirs’ [sic] denn sagen? Du!!! Kann ich Dir´s denn sagen? Ach Du! Bei­na­he schä­me ich mich doch vor Dir, Gelieb­ter!!! Ach Du!!!!!!!!!! Du!!!!!!!!!! Ach Du bist doch mein Man­ner­li, mein lie­bes, lie­bes, gutes! Und zu Dir darf ich kom­men mit mei­nem gan­zen Ver­trau­en! Du ver­stehst mich immer – Du!!!!!!!!!! Heu­te früh war es, ganz zei­tig, vor 6 Uhr, da habe ich sooo süß, sooo lieb [vo]n Dir geträumt – ach Du!!! Gelieb­ter! Gelieb­ter! Sooo süß wie heu­te früh träum­te ich noch nie von Dir! Oh Du!!! Ich habe Dich sooooooooooooo sehr lieb haben müs­sen – wie noch nie in mei­nem Leben ich im Traum jeman­den lieb­ge­habt habe – Herz­lieb! Es war so eigen­ar­tig, so wun­der­sam – ach, ich kann es Dir doch gar­nicht [sic] beschrei­ben, wie ein­zig­ar­tig süß und schön das Gefühl war, als ich Dich so ganz bei mir fühl­te – Gelieb­ter, Du!!! Es ist noch nie­mals so gewe­sen, noch nie­mals! Du, mir ist es wie Dir gegan­gen, mein Hemd­lein war ganz naß! Ach Du!! Du!! So lieb, sooooo sehr lieb muß ich Dich haben – ach Du!!!!! Gelieb­ter! Mein Gelieb­ter!!! Ich spü­re es schon lan­ge, daß die Sehn­sucht nach Dir über­groß ist – dies­mal muß ich mich noch viel mehr auf Dein Wie­der­se­hen freu­en als das letz­te Mal! Oh Gelieb­ter! Und dar­um muß­te ich Dich auch so sehr lie­ben heu­te früh – ich seh­ne mich zu sehr nach Dir, Du!! Du!!! Daß mich ein Traum erlö­sen könn­te jemals, ich habe es nie für mög­lich gehal­ten – heu­te habe ich es erlebt – ach Du!!! Du!!! Du!!!!!!!!!!!!!!! Du allein warst es, der mich die­ses wun­der­bar-seli­ge Gefühl erst lehr­te, Du warst es, der mei­ne gan­ze, gro­ße, hei­ße Lie­be weck­te – erlö­sen konn­te – oh Gelieb­ter! Du allein! Nun hän­ge ich nur noch inni­ger an Dir, ich muß bei Dir sein, bei Dir, um ganz glück­lich zu sein in uns[e]rer Lie­be – Herz­lieb! Hast Du mich wohl auch so sehr lieb dar­um? Oh Du!! Unser gan­zes Lie­bes­glück, es fin­det ja sei­ne Erfül­lung erst, wenn wir es so krö­nen dür­fen – wenn uns[e]re Wesen zusam­men­flie­ßen, wenn uns[e]re Her­zen sich so ganz in Lie­be, in Ver­eh­rung zunei­gen – ach alles, alles liegt in die­ser glück­lichs­ten Stun­de, was Wor­te so schwer aus­drü­cken kön­nen! Gelieb­ter!!!!! Oh – ich spü­re tief beglückt, daß Du mich ver­stehst – Du fühlst wie ich! Und dar­um bin ich doch sooo über­glück­lich, mein Her­zens­schatz! Du mein Gelieb­ter!! Das [sic] zwi­schen uns so viel ech­tes, wah­res Lie­bes­glück webt [sic] – ist es nicht wie ein ganz gro­ßes Mär­chen­wun­der? Oh Gelieb­ter! So kann es nie­mals wie­der sein, noch ein­mal sein! Was wir mit­ein­an­der erle­ben, es ist ein­ma­lig – unwie­der­bring­lich – wir sind mit Leib und See­le mit­ein­an­der ver­bun­den – wir kön­nen nie­mals mehr von­ein­an­der las­sen – weil wir uns zu sehr lie­ben! Du!! Und uns[e]re tie­fe Her­zens­lie­be und uns[e]re schö­ne Wesens­ge­mein­schaft, uns[e]re gro­ße, unwan­del­ba­re Treue, das sind die bes­ten Grund­pfei­ler, die sichers­ten für uns[e]re Lebens­ge­mein­schaft. Wenn der Herr­gott uns nur sei­nen Segen nicht ver­sagt, dann sind wir die glück­lichs­ten Men­schen unter der Son­ne. Wei­ter­le­sen!

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27. Januar 1941

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Mon­tag, am 27. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mei­ne lie­ber, lie­ber [Roland]!! Gelieb­ter Du!!

Heu­te ist es wie­der grim­mig kalt drau­ßen, alles ist hart gefro­ren, auch die Fens­ter sind zu bis oben­hin. Aber – die lie­be Son­ne scheint, Du! So hell! Und so blau ist der Him­mel! Wun­der­schön ists [sic: ist es] drau­ßen. Wenn ich jeman­den hät­te an des­sen war­mer lie­ber Sei­te, in des­sen schüt­zen­den Arm ich mich kuscheln könn­te, Du! Ich gin­ge an die­sem herr­li­chen Nach­mit­tag wahr­haf­tig spa­zie­ren! Aber so allein – Du!! da ist mir’s doch zu kalt, trotz… bloß drau­ßen!!! Du! Wei­ter­le­sen!

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16. Januar 1941

Elly Ney Denkmal04
Elly Ney Denk­mal an der Brahms-Pro­me­na­de in Tutz­ing, Detail. Die rote Far­be sind Res­te einer Beschä­di­gung durch Unbe­kann­te nach der umstrit­te­nen Ent­schei­dung des Tutz­in­ger Gemein­de­ra­tes, das Denk­mal der in den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­strick­ten Künst­le­rin nicht zu ent­fer­nen. Bild: Benut­zer hgn‑p, 3 April 2009, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2016.
[410116–2‑1]

Don­ners­tag, am 16. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!

Es schneit schon wie­der mal, und Dei­ne [Hil­de] sitzt im war­men Stüb­chen – läßt sich’s wohl sein, Du!! Sie denkt an ihr Herz­lieb!! Du!! Mein lie­bes Dicker­le!! Dei­ne Mit­tags­pau­se wirst [Du] nun eben been­det haben – es ist 2 Uhr. Hab[‘] mir den Wehr­macht­be­richt heu­te gar­nicht [sic] ange­hört, ich mag es lie­ber still um mich haben, wenn ich Dir schrei­be, Du!! Hast ges­tern abend die Elly Ney spie­len hören im Rund­funk? Da muß­te ich wie­der mal so sehr an uns[e]re Zeit der heim­li­chen Zusam­men­künf­te den­ken! Du!! Ich freue mich so dar­auf, wie­der ein­mal mit Dir etwas Schö­nes und Gutes zu hören; hof­fent­lich ist’s uns ver­gönnt ein schö­nes Kon­zert oder Thea­ter zu besu­chen, wenn Du daheim bist. Wei­ter­le­sen!

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12. Januar 1941

T&Savatar[410112–1‑1]

Sonn­tag, den 12. Janu­ar 1941

Mein liebs­tes teu­res Herz! Gelieb­te Hol­de mein! Mei­ne Hil­de!

Mit­tag ist vor­bei. Dein Hubo hat sich in die 1. Gar­ni­tur gewor­fen – weil Sonn­tag ist – er hat­te sonst kei­nen Grund – doch noch einen heu­te: weil Kom­pa­nie­fest sein soll. Eine komi­sche Ange­le­gen­heit: nicht ver­bind­lich – kein Pro­gramm – Tanz soll sein – weiß[t Du]: sie wol­len noch mal das Kalb aus­trei­ben, ehe der Chef wie­der­kommt. Dein Hubo hält sich an den Pro­gramm­punkt, ‘unver­bind­lich’, der ist mir der liebs­te – Du darfst nicht den­ken aus Ver­zicht, zu dem ich mich zwin­ge – ach Herz­lieb! Gelieb­te!! Nach viel Bes­se­rem, Schö­ne­rem, viel, viel Rei­che­rem steht mein Sinn, Du!!!! Nicht Ver­zicht und Beschei­den­heit – Eigen­sinn und Anspruch und Lie­be zu Wahr­heit und Klar­heit bestim­men mich, die­sem Amü­sier­be­trieb abhold zu sein. Amü­sie­ren, Du! Das Wort hät­ten wir bei­de nicht erfun­den. Dazu sind wir nicht geschaf­fen. Wei­ter­le­sen!

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