25. März 1941

T&Savatar[410325–2‑1]

Diens­tag, am 25. März 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du!!

Du!! Ich habe wie­der von Dir träu­men müs­sen heu­te Nacht. Herz­lieb!! Weil ich so voll Sehn­sucht nach Dir bin. In eine Kir­che trat ich – nach lan­gem Wan­dern durch eine mir völ­lig unbe­kann­te Gegend, vie­le Seen und Wie­sen sah ich, Som­mer war; denn ich trug ein leich­tes, dün­nes Kleid – und als ich ein­trat, allein, in die Küh­le des [G]otteshauses, um mich ein wenig nie­der­zu­las­sen – da hör­te ich Orgel­mu­sik und – es war, als set­ze mein Herz­schlag aus – das konn­te nur einer spie­len – so kann nur einer spie­len – mein [Roland]! Ich spü­re ganz deut­lich noch die süße, wun­der­sa­me Unru­he, die mich erfaß­te. Du!! Von Schu­bert „An die Musik“ spiel­te die Orgel – so deut­lich hör­te ich die ver­trau­te Melo­die. Und ich ging den Tönen nach, die schma­le Trep­pe hin­auf, und Gelieb­ter!! Da sah ich Dich! Dich, mein Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!

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02. November 1940

GWG „Eige­ne Schol­le, Hal­le, wohl zwi­schen 1934–39.

[401102–2‑1]

Diens­tag, am 29. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Mit dem Brief­kas­ten­schlüs­sel bewaff­net ging ich heu­te früh gegen 5 Uhr zum Markt nach L.

Als ich vor die Haus­tür trat, Du! Wahr­haf­tig! Er [sic] war­te­te schon der Liebs­te! Es schim­mer­te weiß durch die Öff­nung des Kas­tens. Du!! Wie ich froh bin, wenn ich ihn fas­sen kann, Dei­nen lie­ben Boten. Du kannst mir’s nach­füh­len, Du freust Dich ja eben­so sehr wie ich. Du! Warst nun heut[’] mit mir auf dem Wochen­markt! Hof­fent­lich hast Du mir nicht auch so gefro­ren wie ich! Eine ganz rote Nase hab[’] ich mit heim­ge­bracht. Und ich konn­te Dich doch heut früh auch nicht an mein Herz drü­cken; der­weil an mei­nem Her­zen ruhen las­sen, wo es schön warm ist, Du wärst mir ja unten durch gerutscht, Du! Wei­ter­le­sen!

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02. April 1939

[390402–2‑1]

O., am 2.4.1939.

O., am 29. März 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Nun hal­ten mich All­tag und Pflicht wie­der ganz umfan­gen. Auch die Pflicht Dir, Lie­ber, zu schrei­ben mahnt mich; wir haben es nach einem Bei­sam­men­sein immer so gehal­ten, daß uns[e]re Brie­fe sich kreu­zen.

Soll es dies­mal anders wer­den? Wei­ter­le­sen!

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