09. April 1941

Thessaloniki under the German occupation
Das Stein-Gebäu­de am Eleft­he­ri­as-Platz im grie­chi­schen Thes­sa­lo­ni­ki, das am 9.April 1941 von Wehr­macht­trup­pen besetzt wur­de. April 1941, Foto­graf unbe­kannt. Lizen­ziert unter Crea­ti­ve Com­mons Attri­bu­ti­on-Sha­re Ali­ke 3.0 Unpor­ted, über Wiki­pe­dia, 4/2016, Foto ein­ge­stellt von Phil­ly boy92.
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Mitt­woch, am 9. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb Du!! Die gro­ße Freu­de ist noch immer in mir, die Glück­se­lig­keit, daß uns[e]re Boten der Lie­be uns ein­bin­den wie­der[,] ganz fest ver­bin­den. Sooo [sic] weit sind wir von­ein­an­der ent­fernt, sooo nahe sind wir uns durch uns[e]re Zei­chen der gro­ßen Lie­be! Du!! Oh Du!! Ich habe Dich so ganz sehr lieb! Mein [Roland]! Ganz tief und fest und traum­los habe ich heu­te Nacht geschla­fen, Herz­lieb! Weil ich so froh und glück­lich bin, weil ich nun weiß, wir rei­chen uns wie­der ganz lieb und fest die Hän­de! Ich habe lan­ge nicht mehr von Dir geträumt, wohl seit Du wie­der ein ste­hen­des Quar­tier hast. Die ers­te Zeit, da Du noch auf der Bahn saßt, habe ich Nacht für Nacht von Dir geträumt – und weil ich in die­ser Zeit auch so ganz im Unge­wis­sen war über Dich, da waren mei­ne Ner­ven mehr auf­ge­peitscht. Wei­ter­le­sen!

30. März 1941

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Sonn­tag, am 30. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter Du!! Mein gelieb­tes Herz! Mein [Roland]!!

Vater hält Mit­tags­ru­he, ich soll Dich recht herz­lich und viel­mals grü­ßen von ihm; er sag­te es, ehe er sich nie­der­leg­te. Ges­tern abend, als ich Dir schrieb, war Vater wie­der in N., Du weißt! Und brach­te dies­mal eine trau­ri­ge Nach­richt mit: sämt­li­che But­ter­fäs­ser der Bau­ern hier wur­den beschlag­nahmt. Nun ist es also aus. Das war ein klei­ner Schock für uns. Na, es muß auch so wei­ter­ge­hen. Wei­ter­le­sen!

13. März 1941

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am 13.3.41.

Lie­ber [Roland]!

Heu­te schrei­be ich Dir ein­mal aus Dei­ner zwei­ten Hei­mat [sie­he Abbil­dung], ja, ich habe mich ein­mal auf die Socken gemacht und bin glück­lich in O. [sic] gelan­det und gut auf­ge­nom­men wor­den. Die Rei­se aller­dings war sehr zeit­ge­mäß und an Zeit zum Rei­sen hat es wirk­lich nicht gefehlt!! Die Moral der Rei­se jedoch ist, daß man sich nie mehr vorn­weg anmel­den soll. Denn 2x [sic: zwei mal] ist mein Zug davon­ge­fah­ren. So habe ich sogar 1 Nacht bei der Wehr­macht in C. über­nach­ten müs­sen. Wei­ter­le­sen!

13. September 1939

Bundesarchiv Bild 183-S52911, Polen, Blick aus Bugkanzel einer He 111.jpg
“Auf­trag erfüllt-Brü­cke zer­stört!” Blick aus Bug­kan­zel einer He 111, Polen, Foto: Stemp­ka, DBa Bild 183-S52911, Lizen­ziert unter CC-BY-SA-3.0-de über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014. Am 13. Sep­tem­ber 1939 wur­de Fram­pol, nähe Lub­lin, eine mili­tä­risch unwich­ti­ges Stadt, von dem deut­schen Luft­waf­fe bom­ba­diert und fast völ­lig zer­stört.

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O., am 13. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Heu­te ist der 13.‘ — so dach­te ich beim Auf­ste­hen am Mor­gen, und rich­tig, ¾ 9 konn­te ich Dei­nen Boten in Emp­fang neh­men. Ich begeg­ne immer unser[e]m Brief­trä­ger (Herrn Pes­ter, aus der Sing­stun­de) und er lacht schon von wei­tem, wenn er mich kom­men sieht. Und nun erst allem ander[e]n vor­an: Ich leug­ne nicht, daß ich nicht ent­täuscht gewe­sen bin am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de — aber Dir dar­um böse? Nein, Du! Das war ich nicht. Du hast mir nichts abzu­bit­ten. Es muß­te sich wohl so fügen, wir sind bei­de über die Tage hin­weg­ge­kom­men — nun sind sie vor­über und bit­te, lie­ber [Roland], wir wol­len nicht wie­der dar­über spre­chen. Wei­ter­le­sen!