17. September 1940

79 Kirchweihfest 1940
Der Ker­weih­zug zieht durchs gan­ze Dorf, allen vor­an das Vor­tän­zer­paar, und dahin­ter die wei­te­ren Ker­weih­paa­re. Hier sind sie noch nicht in ihre fest­li­che Tracht geklei­det. Links neben dem Fest­zug steht der “Ker­weih­va­ter” zustän­dig für die gesam­te Orga­ni­sa­ti­on des Kirch­weih­fest­zu­ges. Foto 1940, Ort unbe­kannt, Autor Peter Schnei­der, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
[400917–2-1]

Diens­tag, am 17. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Nun ist Dei­ne Umhül­lung wie­der in Ord­nung. Unver­schäm­tes Glück hat­te ich mit dem Wet­ter, es ist alles im Son­nen­schein, im Wind getrock­net. Hof­fent­lich kommt alles recht bald wohl­be­hal­ten in Dei­ne Hän­de. Heu­te tra[t]scht [sic: reg­nen, wohl von klat­schen] es, was nur vom Him­mel her­un­ter kann. Ich war früh um 7 Uhr schon auf den Bei­nen, nach dem Markt, in L.. Wei­ter­le­sen!

16. September 1940

Battle of britain air observer.jpg
Am Tag nach Batt­le of Bri­tain Day hieß es wei­ter­hin den Luft­raum über Lon­don zu obser­vie­ren. St. Paul’s Kathe­dra­le, 09.1940, Autor unbe­kannt, NARA, Natio­nal Archi­ves Iden­ti­fier 541899 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400916–2-1]

Mon­tag, am 16. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!

Eben von der Hams­ter­fahrt nach Brief­pa­pier aus der Stadt zurück. Es ist nichts Gescheit[e]s, was ich da bekam. Haupt­sa­che aber, man kann wie­der etwas Wei­ßes beschrei­ben, das ist uns ja am Her­zen gele­gen, nicht wahr?

Ich bin gar­nicht [sic] eitel, wenn es ein Zei­tungs­rand wäre, den ich von Dir erhielt, aber von Dir geschrie­ben muß drauf sein, Du!! Wei­ter­le­sen!

16. September 1940

PreservedFood1.jpg
Ein­mach­glä­ser, Foto zwi­schen 1941 und 1945, Autor unbe­kannt, USA, Libra­ry of Con­gres LC-USW36-949 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400916–2-2]

Mon­tag, am 16. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

End­lich kom­me ich nun zum Sit­zen. Was das Ein­we­cken bloß für Arbeit und Zeit kos­tet. 7 Glä­ser Pflau­men sind es gewor­den, 1 Glas Apfel­mus und ich schät­ze 3 gro­ße Fla­schen Holun­der­saft, der muß erst aus­küh­len, ehe ich ihn ein­fül­len kann. Mitt­ler­wei­le ist es schon 4 Uhr gewor­den. * [sic] Vater, der alte Unruh[e]geist[,] kam auch schon wie­der gekro­chen, der soll­te noch schla­fen, weil er Nacht­dienst hat die­se Woche. Ich hab[e] ihn noch [ein] bis­sel [sic: biss­chen] zur Mut­ter geschickt, wenn er mir immer her­um rumort, da hab[e] ich kei­ne Andacht zum Schrei­ben. Wei­ter­le­sen!

07. September 1940

This picture, taken during the first mass air raid on London, 7th September 1940, describes more than words ever... - NARA - 541917
Deut­scher Luft­an­griff am 07. Sep­tem­ber 1940, Lon­don. New York Times Paris Bureau Collec­tion, NARA, ARC 541917, lizen­ziert über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
[400907–2-1]

C., am 7.9.1940

Mein lie­ber [Roland]!

Heu­te, gegen Abend den­ken wir dar­an, Dir gemein­sam einen recht schö­nen und ange­neh­men Sonn­tag zu wün­schen und recht herz­li­che Grü­ße zu sen­den. Wie Du schon weißt, bin ich seit Don­ners­tag hier in G. bei Onkel Her­bert u.[nd] Tan­te Hertleh, es gefällt mir sehr gut und das Wet­ter war bis auf ein hef­ti­ges Gewit­ter, daß [sic] sich ges­tern abend ent­lud, sehr schön. Unser Wasch­fest haben wir heu­te glück­lich been­det u.[nd] wir sind nun auch ganz schön müde. Wei­ter­le­sen!

07. September 1940

Polish style pickled cucumbers IMGP0464
Pol­ni­sche Gewürt­z­gur­ke, Foto: Niko­dem Nija­ki, CC BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
[400907–1-1]

Am Frei­tag den 6. Sep­tem­ber

Am Sonn­abend den 7. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be lie­be [Hil­de]!

Heu­te erleb­te ich die gro­ße Freu­de, dei­nen lie­ben Boten zu emp­fan­gen, gleich 2 Brie­fe an einem Tage, den vom 4. Sep­tem­ber zuerst, den vom 3. Sep­tem­ber am Nach­mit­tag. Liebs­te, so schnell geht die Post, ist das nicht schön? Von Hau­se [sic: Zuhau­se] habe ich noch kei­ne Nach­richt, auch nicht dar­über, ob mei­ne Zivil­sa­chen ange­kom­men sind. Die blau­en, eng­li­schen Hosen krieg­ten in Ber­lin ein Loch im Knie, in Stral­sund ein grö­ße­res im Gesäß, das bri­ti­sche Anse­hen wird eben löche­rig in jeder Bezie­hung. Wei­ter­le­sen!