02. October 1941

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Don­ners­tag, den 2. Okto­ber 1941

Herz­lieb! Her­zens­schät­ze­lein!

Zwei lie­be Boten sind gekom­men! Hab[‘] Dank! Hab[‘] viel­lie­ben Dank, Du!!

Ich komm[‘] Dir nur einen ganz kur­zen Gruß jetzt sen­den – heu­te abend will ich Dir län­ger schrei­ben. Uns[e]re Bude ist ent­wanzt, und nun müs­sen wir fein schnell noch rei­ne und alles wohn­lich machen. Ein ganz rohes Vers­lein, das mich heut[‘] nacht in einer wachen Stun­de beweg­te, will ich Dir schrei­ben: Wei­ter­le­sen!

30. September 1941

T&Savatar[410930–1-1]

[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib!

Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re war, das weiß ich, Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

30. Juli 1941

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Mitt­woch, den 30. Juli 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Hab ich nur Dei­ne Lie­be, die Treue brauch ich nicht – die Lie­be ist die Wur­zel nur, aus der die Treue bricht“. Das ist ein wah­res Wort. Die Lie­be ist der leben­di­ge Quell, der Nähr- und Mut­ter­bo­den aller gro­ßen Tugen­den auch der Treue. Wo ich recht treu sein will, muß ich erst lie­ben; und die Treue kann ein star­res, müdes Fest­hal­ten nur sein, wenn nicht die Lie­be dar­un­ter stark und leben­dig pulst. Wei­ter­le­sen!