Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Wanderung

16. Mai 1942

[420516–1] [Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 16. Mai 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Ist da nicht schon wie­der eine Woche her­um? Und 5 Wochen nur noch bis zur Son­nen­wen­de. Soll­ten wir heu­te nicht schon in Sofia sein? Ja, so ver­fliegt die Zeit, und so ver­streicht sie ganz anders oft, als wir es ahnen. Abend ist wie­der. […]

10. Mai 1942

[420510–2‑1] 87. Sonn­tag, am 10. Mai 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes Her­ze­lein! Mein [Roland], Du! Nun ist der Mai schon wie­der zwei­stel­lig, die Tage eilen pfeil­ge­schwind dahin, so emp­fin­de ich [es]. Und sie sol­len auch schnell ver­ge­hen, mein Her­ze­lein! Was soll uns all die lan­ge Zeit, die wir ein­sam, jedes für sich zubrin­gen müs­sen? Die Zeit […]

07. Mai 1942

[420507–1‑1] Don­ners­tag, den 7. Mai [19]42 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Das Wich­tigs­te zuvor. So wie man erst im Zuge sit­zend sagen kann, daß man Urlaub hat, so auch, daß man abkom­man­diert wird. Es ist also ganz dumm, vor­her voll Unru­he zu sein, „durch­zu­dre­hen“, wie man hier sagt. Aus uns[e]rer Abrei­se wird also nichts, weil […]

05. März 1942

[420305–1‑1] [Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 5. März 1942 Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes, treu­es Weib! Wo find[‘] ich Dich wohl jetzt? In der Sing­stun­de wohl. Wird sie jetzt nicht in der Pfar­re abge­hal­ten? Ach Her­ze­lein! Ich ken­ne nicht ein­mal mehr all Dei­ne Wege und Stei­ge und möch­te[‘] Dich doch so gern beglei­ten, über­all­hin – nur nicht gern […]

21. Februar 1942

[420221–1‑1] 4) [Salo­ni­ki] Sonn­abend, den 21. Febru­ar [19]42 Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Mei­ne liebs­te [Hil­de]! Dei­ne lie­ben Boten gehen immer noch nach Wien; denn sonst müß­te ich längst einen erhal­ten haben. Ich habe schon gerech­net, daß ich nun am Diens­tag den ers­ten Boten erwar­ten kann – und die ander[e]n alle kom­men dann noch, zur Beloh­nung für die […]

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