Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Wandern

21. Juli 1939

[390721–1‑1] L. am 21. Juli 1939. Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Mit Dei­nem Brief und Dei­ner Über­ra­schung hast Du mir eine recht gro­ße Freu­de berei­tet. Nun kommt mir erst die rech­te Feri­en­freu­de. Feri­en mit Dir, Liebs­te, die Hälf­te aller Tage, so Gott will, wer­de ich mit Dir ver­le­ben! Ich bin Dir so dank­bar für die Über­ra­schung, […]

07. Juli 1939

[390707–1‑1] L. am 3. Juli 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Heu­te mor­gen [sic] habe ich Dich zwar erst zie­hen las­sen; trotz­dem zäh­le ich die­sen Mon­tag schon als ers­ten ver­stri­che­nen Tag zum nächs­ten Wie­der­se­hen. Ach lie­be [Hil­de], uns[e]re Begeg­nun­gen wer­den immer kür­zer. Plea­se fol­low and like us:

05. Juli 1939

[390705–2‑1] O., am 5. Juli 1939. Mein lie­ber [Roland]! Wirst Du wohl heu­te das klei­ne nack­te Elfen­kind in emp­fang genom­men haben? Die­se paar Wor­te an Dich, das war am Mon­tag ziem­lich mei­ne gan­ze Arbeit zu Hau­se. Um sie­ben bin ich in[‘]s Bett. Ach Du! Ich war zum Umfal­len müde und matt. Damit ist aber nicht […]

13. Juni 1939

[390613–2‑1] O., am 12. Juni 1939. Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Ges­tern früh ging ich, Dei­nen Brief in den Hän­den voll ban­ger, zit­tern­der Erwar­tung in mein Käm­mer­chen. Nur mir allein sol­len die­se Minu­ten gehö­ren, in denen ich die Zei­chen von Dei­ner Hand auf­neh­me. Drei Blät­ter — mein Blick glei­tet über die Zei­len hin, immer schnel­ler mit […]

10. Juni 1939

[390610–1‑1] L. am 5. Juni 1939. Am Mon­tag. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Der ers­te Schul­tag ist vor­bei. Beih­na­he gleich­gül­tig, im gewohn­ten Glei­se gehend, tat ich mei­ne Arbeit. Sie erscheint mir so unbe­deu­tend und glanz­los gegen das, was wir erleb­ten. Nun scheint doch wie­der die Son­ne — und Du bist nicht bei mir, bist so weit weg […]

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