14. Oktober 1940

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Mon­tag den 14. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de] Du!

Ein straf­fer Mon­tag geht zu ende. Bis 5 Uhr Dienst. Gewehr­put­zen, Rasie­ren, Stie­fel­put­zen, Tor­nis­ter­schnal­len. Dar­über ist es ½ 9 Uhr gewor­den. Eine gro­ße Freu­de brach­te mir die­ser Tag noch: 3 Tage Boten auf ein­mal kamen heu­te, die vom Don­ners­tag, Frei­tag und Sonn­abend. Soviel Freu­de auf ein­mal nach dem lan­gen War­ten. Nun weiß ich doch wie­der, wo Du steckst, wohin ich Dir fol­gen muß. Hab vie­len herz­li­chen Dank, Du, Herz­al­ler­liebs­ter! Daß Du mich ver­ges­sen hät­test, habe ich kei­nen Augen­blick gedacht. Weißt [Du], ich habe heu­te nicht viel Andacht heu­te [sic], es ist so unru­hig im Zim­mer. Aber ich schrei­be, so gut ich kann. Mor­gen wird der K., das ist der Küs­ten­be­fehls­ha­ber, ein Admi­ral, auf einer Inspek­ti­ons­fahrt unser Lager besich­ti­gen. Da liegt natür­lich alles auf dem Sprung. Der gan­ze Dienst­plan für mor­gen ist umge­sto­ßen und auf die­sen Besuch ein­ge­stellt. Wei­ter­le­sen!

13. März 1940

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Karelische Landenge 13. März 1940
Kare­li­sche Land­enge am 13. März 1940, dem letz­ten Tag des Win­ter­kriegs, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 03.2015.
S. am 12. März 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Heu­te hat der Früh­ling wirk­lich zum ers­ten Male um die Ecke geschaut. Die Erde ist ein ein­zi­ges Rinn­sal, sie bricht auf, sie tut sich auf der bele­ben­den Son­ne. Wie­der geht ein Dienst­jahr zu Ende. Bald jährt sich der Tag zum zwei­ten Male, da wir uns näher­ka­men, Herz­lie­bes! Zwei Jah­re schon, Du! Wie schnell schei­nen sie mir ver­gan­gen jetzt. Denk nur zwei Jah­re wei­ter, Herz­al­ler­liebs­te! Du! Die Rede vom ewi­gen Kreis­lauf der Jah­re ist nicht sehr gescheit. Es war der vori­ge Früh­ling für Dich und mich ein and[e]rer als der vor zwei Jah­ren. Und der dies­jäh­ri­ge, so Gott will, wird uns anders fin­den als der vor­an­ge­gan­ge­ne, Herz­al­ler­liebs­te, Du! Wei­ter­le­sen!

06. August 1939

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O., am 6. August 1939.

Am Don­ners­tag.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

So leer ist es jetzt bei uns in den Räu­men. Wei­ter­le­sen!

05. August 1939

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K. am 5. August 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Briefmark, DR 1939 687 Automobilausstellung Auto-Union und Mercedes-Benz, Public domain über Wikimedia Commons, eingebettet 07.2014
Brief­mark, DR 1939 687 Auto­mo­bil­aus­stel­lung Auto-Uni­on und Mer­ce­des-Benz, Public domain über Wiki­me­dia Com­mons, ein­ge­bet­tet 07.2014

Nun sit­ze ich tat­säch­lich wie­der in K.. Sprung­haft wie im Kino wech­seln wir mit Auto und Eisen­bahn die Schau­plät­ze. Wenn ich hät­te heim­wan­dern müs­sen, wäre der Abschied län­ger gewor­den. Du hät­test mich bis zur E. beglei­tet. Und dann hät­te ich ja noch oft zurück­bli­cken müs­sen, bis auch der letz­te Schorn­stein­kopf und die Kirch­turm­spit­ze ver­schwun­den wären. Und so lang­sa­mer und all­mäh­lich hät­ten sich auch die Gedan­ken gelöst von dem Ver­gan­ge­nen. Und so wird deut­lich, wie die alte Zeit ohne Auto und Eisen­bahn bes­ser ver­ar­bei­te­te und ver­dau­te. Wei­ter­le­sen!

21. Juli 1939

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L. am 21. Juli 1939.

Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Mit Dei­nem Brief und Dei­ner Über­ra­schung hast Du mir eine recht gro­ße Freu­de berei­tet. Nun kommt mir erst die rech­te Feri­en­freu­de. Feri­en mit Dir, Liebs­te, die Hälf­te aller Tage, so Gott will, wer­de ich mit Dir ver­le­ben! Ich bin Dir so dank­bar für die Über­ra­schung, für Dein lie­bes Geschenk, Du! Bis heu­te war ich noch unent­schlos­sen, ohne rech­ten Plan. Wei­ter­le­sen!