30. September 1940

Monument Joods verzet.jpg
An die­sem Tag wur­den in den besetz­ten Nie­der­lan­den wei­te­re Maß­nah­men erlas­sen, die fest­leg­ten, wer als Jude galt und die den jüdi­schen Beam­ten die Aus­übung ihres Beru­fes unter­sag­ten. Monu­ment Joods ver­zet (1988) in Ams­ter­dam, Foto M. Min­der­houd, lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400930–2‑1]

Mon­tag, am 30. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, Du! Mein gelieb­ter [Roland]!

Tief auf­at­men kann ich nun — die Ban­de ist fort!

Eigent­lich ist das ein häß­li­cher Zug, so von Besuch zu reden. Aber glaubst [sic: glau­be], hier habe ich dabei nicht gelo­gen; die Kin­der betrach­tet. Heu­te früh um 9 [Uhr] sind sie fort, erst noch­mal zur Oma nach M.. Onkel Her­bert fuhr schon ges­tern abend heim, er muß zei­tig ins Geschäft heu­te. Ich weiß nicht, ob ich ihm trau­en könn­te. Wenn er mit dem 6 Uhr Bus schon fährt, geht der ja noch nicht nach Hau­se. Das kann ich nicht glau­ben. Wei­ter­le­sen!

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21. September 1940

[400921–1‑2]

Sonn­abend den 21. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

Zug von Wehrmachtssoldaten im 2. Weltkrieg
Zug von Wehr­machts­sol­da­ten, um 1940, Autor W. Hans­ke, über Man-ucom­mons, lizen­ziert unter Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
Ich habe mich bei­sei­te­ge­stoh­len, sit­ze drau­ßen und las­se mir die Son­ne auf den Buckel schei­nen. Ich will Dir jetzt eini­ges von den Kame­ra­den auf der Stu­be erzäh­len. Wir lie­gen also 19 Mann auf der Stu­be. Unser Johann ist am Mitt­woch zurück­ge­kehrt. So, nun will ich mal der Rei­he nach gehen, mal sehen wie weit ich kom­me. Der Rei­he nach, das ist der Grö­ße nach. Mit uns[e]rer Stu­be bil­den wir eine Grup­pe, drei Grup­pen bil­den einen Zug, 2 Züge eine Kom­pa­nie. Wei­ter­le­sen!
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17. September 1940

The Battle of the Atlantic, 1939-1945 CH1354.jpg
Der Roy­al Navy Zer­stö­rer HMS ANTHONY ret­tet Über­le­ben­de von einem Ret­tungs­boot des SS CITY OF BENARES, das am 17. Sep­tem­ber 1940, getrof­fen von einem deut­schen Mari­ne-U-Boot, sank. Das Schiff hat­te Kin­der von Eng­land nach Kana­da eva­ku­ie­ren wol­len. Impe­ri­al War Muse­um Foto CH1354 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400917–1‑1]

Diens­tag am 17. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Habe ich mich schon für den Sonn­tags­gruß bedankt? Es ist der schöns­te Augen­blick des Tages, wenn die Post ver­teilt wird, und man ist selbst glück­li­cher Emp­fän­ger. Ges­tern Mon­tag überraschte[n] und erfreu­ten mich die Zei­len Dei­ner lie­ben Mut­ter. Sage Ihr [sic] und Pappsch vie­len herz­li­chen Dank. Jetzt ist Mit­tags­pau­se. Ich lie­ge auf mei­nem Bet­te und schrei­be. Wei­ter­le­sen!

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26. Dezember 1938

[381226–2‑1]

O., am 2. Weih­nachts­fei­er­tag 1938.

Mein lie­ber [Roland]!

Am Hei­lig­abend war ich fest ent­schlos­sen, auch mit den Eltern einig, heu­te bei Ihnen in L. zu sein. Um den Weg hat­te ich kei­ne Angst, ich hät­te Sie auch bestimmt irgend­wo gefun­den, wären Sie nicht zu Hau­se gewe­sen. Am Abend woll­te ich zurück.

Sie dür­fen sich nicht ängs­ti­gen, krank bin ich nicht. Nur sehr erkäl­tet. Am ers­ten Fei­er­tag war mein Hals fast zu, ich trank Tee und gur­gel­te, hielt mich warm — umsonst. Heu­te brin­ge ich kei­nen kla­ren Ton her­aus, manch­mal schwin­delt mir ein wenig; doch sehr hoch ist die Tem­pe­ra­tur nicht. Ich hab[‘] am Hei­lig­abend in der Kir­che gefro­ren. Ich bin ein wenig trau­rig, daß es so kom­men muß­te. Die Eltern las­sen mich nicht hin­aus, Mut­ter ist ängst­lich weil in L. Diph­ter­i­tis aus­ge­bro­chen ist. Doch mir tut ja der Hals nicht weh, ich bin nur stark hei­ser . Wei­ter­le­sen!

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