10. Mai 1942

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[Saloni­ki] Son­ntag, den 10. Mai 1942

Geliebtes, teures Weib! Herza­ller­lieb­ste mein! Du!!

Oh Herzelein! Du, Geliebte! Son­ntag ist wieder. Und nun möchte ich zu Dir kom­men. Ach Herzelein! Am lieb­sten auch gle­ich bei Dir bleiben, bis der Schlaf und die Nacht kom­men. Dir gehören doch alle Stun­den! Dir gehöre ich doch ganz! Und hier, in der Ferne – füh­le ich das desto entsch­ieden­er. Weit­er­lesen!

10. Dezember 1941

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Mittwoch, am 10. Dezem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]! Geliebter!!!

Ich kann nicht gehen, eh[‘] ich Dir guten Tag gewün­scht habe, Du!! Und ein liebes Kus­sel geschenkt! Ach Herzelein!!! Ich muß Dich gar so lieb haben! Du!!! Du!!!!! Es ist bald ½ 3 Uhr. Ich muß nach­her zur Schar. Eben war ein Bürschlein da, mich besuchen. Ich habe ihn nicht herein­ge­lassen! Weißt! Das führe ich nicht erst ein. Ich werde die Geis­ter dann nicht mehr los! [Ich] Habe ihm gesagt, daß ich noch Arbeit hätte jet­zt, er soll nur um 3 [Uhr] dann kom­men. Weit­er­lesen!

08. Dezember 1941

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Mon­tag, am 8. Dezem­ber 1941.

Mein Herzelein! Geliebter! Herzenss­chätzelein, Du!

Es ist jet­zt abends in der 9. Stunde, Herzelein. Ich kann aber nicht eher ins Bet­tlein gehen, ehe ich Dir geschrieben habe. Wir sind wieder heim nun von uns[e]rer Ham­ster­fahrt. Ach, wir sind auch froh! Es schneite von Mit­tag an was es nur kon­nte. Am Mor­gen schien die liebe Sonne. Um ½ 10 [Uhr] fuhren wir los. Von N. ab liefen wir, es ging kein Zug. Das war ein schön­er Weg. Bei Onkel Erichs angekom­men, wärmten wir uns erst mal am Ofen aus [sic]. Weit­er­lesen!

27. Oktober 1941

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Mon­tag, am 27. Okto­ber 1941.

Geliebtes Schätzelein! Mein herza­ller­lieb­ster [Roland]! Du!!

Du!! Jet­zt muß ich doch gle­ich erst mal zu Dir kom­men mit mein­er Freude! Du!! Ich bin wieder allein! Die Ben­gel sind nach Hause! Es kam nicht ganz so wie ich Dir’s gestern schrieb. Heute früh rief es an, ich möchte die Buben bis um 4 [Uhr] nach­mit­tags fer­tig machen; denn um 5 [Uhr] woll­ten Onkel und Tante kom­men, sie holen, um mit dem Bus heimz­u­fahren. Weit­er­lesen!

18. Oktober 1941

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Sonnabend, am 18. Okto­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebter, guter [Roland]!

Es ist jet­zt bald 5 Uhr nach­mit­tags, gle­ich will ich mich erst mal zu Dir set­zen und ein wenig mit Dir plaud­ern. Wir haben noch nicht gebadet und jet­zt bäckt ger­ade ein Kartof­fel­napfkuchen im Ofen, da muß ich mit dem Bade­wass­er noch ein Stünd­chen warten. Ja Her­zlieb! Die Geschichte ist so, die ich Dir jet­zt erzählen will: Die M.er haben sich wieder mal ’was geleis­tet! Weit­er­lesen!