05. Dezember 1941

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Frei­tag, am 5. Dezem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz!

Heu­te ist aber ein trü­ber Tag! Man könn­te doch von 3 Uhr an, jetzt, schon Licht bren­nen. So recht ein Tag zum Daheim­blei­ben und – Du!! zum Lieb­ha­ben; ich möch­te sooo ger­ne wie­der ein­mal mit Dir zusam­men solch trü­ben Tag erle­ben, wo es uns gar­nicht hin­aus­lockt! Wo wir am aller­liebs­ten daheim blei­ben und – viel­leicht auf dem Sofa sit­zen mit­ein­an­der, Du, Her­ze­lein liest mir etwas Schö­nes vor – oder spielst und singst! Oder hät­test auch für mich ein wenig Arbeit von der Dei­nen!! Aber – Her­ze­lein! Auch eine ganz gemüt­li­che Kaf­fee­stun­de müß­te dabei sein! Ach – und ein Weil­chen möch­te ich doch [ga]nz, ganz nahe bei Dir sit­zen, Dich ganz lieb umschlin­gen, Dich küs­sen – oh Du!!! Doch lieb­ha­ben – sooooo lieb!!! Ach Her­ze­lein! Wie ich mich danach seh­ne!!! Sooo sehr!!! Du!! Wei­ter­le­sen!

04. Dezember 1941

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Don­ners­tag, am 4. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Roland]! Gelieb­ter Du!!

Die lie­be Son­ne möch­te schei­nen, sie gibt sich die größ­te Mühe durch­zu­drin­gen, durch die dicken Schnee­wol­ken – ver­ge­bens. Es bleibt bei einem Ver­such nur. Na, ich will ja heu­te sowie­so nicht drau­ßen her­um­spa­zie­ren, ich sit­ze warm! Doch die lie­be Mutsch ist vor­hin, ½ 2oo [Uhr] wie­der nach Chem­nitz zum Arzt. Sie hat sich gut, warm ange­zo­gen. Und vom Bahn­hof bis zum Hau­se des Dr. V. ist es nur eine Vier­tel­stun­de. Wei­ter­le­sen!

18. November 1941

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Diens­tag, am 18. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

So vie­le Stun­den lie­gen dazwi­schen, seit ich Dir am [sic] letz­ten Male schrieb! Und nun halt’ ich’s doch garnim­mer län­ger aus, Gelieb­ter! Ich muß gleich zu Dir kom­men! Ganz nahe zu Dir! Her­ze­lein!! Und ganz lieb! Du!!! Sag? Hast Du recht voll Sor­ge gewar­tet auf mei­nen Boten? Lie­bes! Ich bin ges­tern wahr­haf­tig nicht dazu­ge­kom­men. Und als Ent­scha­di­gung [sic] bring[’] ich Dir ein ganz lie­bes Kussel mit! Heu­te!! Ach Du!! Du!!! Wie male ich denn das auf? Wei­ter­le­sen!

4. November 1941

T&Savatar[411104–1-2]

[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 4. Novem­ber 41

Her­ze­lein Du! Mein lie­bes teu­res Weib!

Ein klein wenig mehr Geduld hät­te das Man­ner­li nur haben dür­fen: heu­te kam doch der lie­be, lie­be Bote vom Mon­tag, den ich ver­miß­te. Er war beklebt hin­ten­drauf mit so put­zi­gen For­men, daß ich erst arg­wöhn­te, er sei geöff­net wor­den. Aber, die For­men ablö­send, erkann­te ich doch Dein bekann­tes, brau­nes Kle­be­pa­pier. Wei­ter­le­sen!

4. November 1941

T&Savatar[411104–2-1]

Diens­tag, am 4. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du!!! Mein Her­zens­man­ner­li! Mein [Roland]! Du!!!!!

End­lich ist Mit­tag! Ich bin fer­tig! Ich kann zu Dir kom­men, mein gelieb­tes Her­ze­lein! Oh Du!!! Wem schenk­te ich sie lie­ber, mei­ne Frei­zeit alle – als Dir, gelieb­tes Leben?! Wem, außer mir, geht es wohl noch so gut, daß er sich gleich zu Mit­tag hin­setz­ten darf, um an den Herz­al­ler­liebs­ten zu schrei­ben? Du!! Oh Du!!!!! Du!!!!! Wir sind doch zwei rech­te Glücks­kin­der, mein [Roland]! Wei­ter­le­sen!