28. März 1940

[400328–2‑1]

O., am 28. März 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Dei­nen Boten, Du! Mit wel­cher Unge­duld und Sehn­sucht erwar­te­te ich ihn, mit wel­cher Freu­de drück­te ich ihn an mein Herz heu­te früh und eil­te die Trep­pen hoch in mein Käm­mer­lein, ganz unbe­ob­ach­tet für mich allein woll­te ich erfah­ren, was Du mir sagen willst, Du!

Ach Du, mein Lieb! Die Sehn­sucht nach Dir ward so groß in mir, was hast Du alles auf­ge­weckt mit Dei­nen Wor­ten! Die gan­ze gro­ße Selig­keit steht nun vor mir, mit all ihrer geheim­nis­vol­len Süße. Du! Dei­ne Nähe spü­re ich, Liebs­ter! Dei­ne Nähe, die mich so unru­hig macht und doch auch wie­der jenes wun­der­ba­re Gefühl gänz­li­cher Gebor­gen­heit in mir aus­löst. Ach, Liebs­ter! Wei­ter­le­sen!

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26. Februar 1940

[400226–2‑1]

O., am 25. Febru­ar 1940

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Ein herr­li­cher Sonn­tag ist heu­te, mit soviel Son­nen­schein und blau­em Him­mel. Ach Du! Nun wird bestimmt rich­ti­ger Früh­ling — wie ich mich freue, die­ses Jahr — ich kann es kaum noch erwar­ten, bis ich wie­der mit Dir hin­ein­wan­dern kann in die schö­ne, blü­hen­de Welt. Du!, wie die Vögel heu­te schon zwit­schern und gro­ße, wei­ße Wol­ken zie­hen am Him­mel lang. Ich habe eine lan­ge Wei­le am Fens­ter gestan­den und ihnen zuge­se­hen. Wei­ter­le­sen!

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29. Januar 1940

Johannes gumpp
Johan­nes Gumpp, Selbst­bild­nis, 1646, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 01.2015.
[400129–1‑1]

S. am 29. Janu­ar 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Bis gegen 9 Uhr habe ich ges­tern im Bett gele­gen. Ich kam dar­auf zu sin­nen, wel­chen Weg mein Leben bis­her genom­men hat. Die­ser Weg ist so man­nig­fach ver­schlun­gen, hat soviel Sei­ten­äs­te und Sta­tio­nen, daß ich erstau­ne, und wenn ich mir die Bil­der ver­ge­gen­wär­ti­ge, so kom­men mir man­che eben nur noch wie Bil­der vor, so fern und unwirk­lich. Und auf die­sen Bil­dern sehe ich mich selbst, wie ich gewach­sen bin. Ein Rei­sen­der kommt gewiß viel mehr her­um und wei­ter hin­aus. Aber ich war auf mei­nen Rei­sen doch über­all gezwun­gen, län­ger Sta­ti­on zu machen, Men­schen ken­nen zu ler­nen und mei­ne Kraft anzu­set­zen. Jede neue Sta­ti­on muß­te ich für einen neu­en Mit­tel­punkt anse­hen. Wei­ter­le­sen!

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28. Januar 1940

[400128–2‑1]

O., am 28. Janu­ar 1939 [1940!].

Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Sonn­tag ist nun heu­te, und ich bin allein, und wenn für mich rech­ter Sonn­tag sein soll, dann mußt Du bei uns sein, Liebs­ter! Es geht nicht an, daß wir alle Fei­er­ta­ge zusam­men sein dür­fen. Und dies ist wohl auch eines der äuße­ren Zei­chen mit, daß wir noch nicht für ganz uns ange­hö­ren. Ich bin nicht trau­rig oder kopf­hän­ge­risch des­halb — obwohl wir das Recht hät­ten, nach 6 arbeits­rei­chen Tagen gemein­sam Sonn­tag zu fei­ern — ich neh­me es als Selbst­ver­ständ­lich­keit, wenn ich die Umstän­de und noch die jet­zi­gen Ver­hält­nis­se beden­ke. Ich bin ja auch schon so glück­lich und ganz zufrie­den, wenn ich dar­an den­ke, daß wir die Frist, die zwi­schen unse­ren Begeg­nun­gen liegt, schon auf 14 Tage her­ab­ge­drückt haben, Du! Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1939

El sueño de jacob
José de Ribe­ra, Jakobs Traum, 1639, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2014.
391220–1‑1

S. am 17. Dezem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Zum ers­ten Male ver­leb­te ich einen Sonn­tag hier in S.. Ges­tern abend über­fiel mich ganz plötz­lich eine Müdig­keit. Bin­nen weni­gen Minu­ten muß ich fest ein­ge­schla­fen sein, ich habe es gar nicht gemerkt. ¼ 4 Uhr mor­gens erwach­te ich, aus selt­sa­men Träu­men. Wei­ter­le­sen!

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