Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Vergangenheit

28. März 1940

[400328–2‑1] O., am 28. März 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Dei­nen Boten, Du! Mit wel­cher Unge­duld und Sehn­sucht erwar­te­te ich ihn, mit wel­cher Freu­de drück­te ich ihn an mein Herz heu­te früh und eil­te die Trep­pen hoch in mein Käm­mer­lein, ganz unbe­ob­ach­tet für mich allein woll­te ich erfah­ren, was Du mir sagen willst, Du! […]

26. Februar 1940

[400226–2‑1] O., am 25. Febru­ar 1940 Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Ein herr­li­cher Sonn­tag ist heu­te, mit soviel Son­nen­schein und blau­em Him­mel. Ach Du! Nun wird bestimmt rich­ti­ger Früh­ling — wie ich mich freue, die­ses Jahr — ich kann es kaum noch erwar­ten, bis ich wie­der mit Dir hin­ein­wan­dern kann in die schö­ne, blü­hen­de Welt. […]

29. Januar 1940

[400129–1‑1] S. am 29. Janu­ar 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Bis gegen 9 Uhr habe ich ges­tern im Bett gele­gen. Ich kam dar­auf zu sin­nen, wel­chen Weg mein Leben bis­her genom­men hat. Die­ser Weg ist so man­nig­fach ver­schlun­gen, hat soviel Sei­ten­äs­te und Sta­tio­nen, daß ich erstau­ne, und wenn ich mir die Bil­der ver­ge­gen­wär­ti­ge, so […]

28. Januar 1940

[400128–2‑1] O., am 28. Janu­ar 1939 [1940!]. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Sonn­tag ist nun heu­te, und ich bin allein, und wenn für mich rech­ter Sonn­tag sein soll, dann mußt Du bei uns sein, Liebs­ter! Es geht nicht an, daß wir alle Fei­er­ta­ge zusam­men sein dür­fen. Und dies ist wohl auch eines der äuße­ren Zei­chen […]

20. Dezember 1939

391220–1‑1 S. am 17. Dezem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Zum ers­ten Male ver­leb­te ich einen Sonn­tag hier in S.. Ges­tern abend über­fiel mich ganz plötz­lich eine Müdig­keit. Bin­nen weni­gen Minu­ten muß ich fest ein­ge­schla­fen sein, ich habe es gar nicht gemerkt. ¼ 4 Uhr mor­gens erwach­te ich, aus selt­sa­men Träu­men. Plea­se fol­low and like […]

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