18. Januar 1941

Waermflasche BW 1
Warm­fla­sche, Bild: Bert­hold Wer­ner, CC BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2016.
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Sonn­abend, den 18. Janu­ar 1941.

Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te mein!!

Hel­le, kla­re Tage sind jetzt. Aber es ist eine stil­le Käl­te. Sie kann uns nicht weh tun, wir sit­zen warm. In mir ist ganz viel Wär­me. Du! Ich kann gut ein wenig davon abge­ben. Aber nur an einen fes­ten Kun­den­kreis: mei­nen lie­ben Buben, und dem lie­ben Packl, und der [Hil­de], und dem Herz­lieb. In wel­cher Form? Ach, das ist zu neu­gie­rig gefragt, je nach den Brenn­stel­len. Nein, nein, übrig ist kei­ne, sie ist genau ver­bucht und die Vor­rä­te sind schon beschlag­nahmt. Wei­ter­le­sen!

17. Januar 1941

Auszug aus dem Brief. Herzzeichen am linken Rand der letzten Seite des Briefes.
Aus­zug aus dem Brief. Herz­zei­chen am lin­ken Rand der letz­ten Sei­te des Brie­fes.

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Frei­tag, den 17. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne [Hil­de], Du!!

Du erin­nerst dar­an, wie Umstän­de und Men­schen, denen wir gar kei­ne Bedeu­tung zunächst schen­ken, doch so bedeut­sam wer­den kön­nen in unse­rem Leben; in einem Thea­ter sind auch die Neben­rol­len manch­mal von ein­schnei­den­der Wich­tig­keit, dar­an wird man erin­nert. Wei­ter­le­sen!

16. Januar 1941

Elly Ney Denkmal04
Elly Ney Denk­mal an der Brahms-Pro­me­na­de in Tutz­ing, Detail. Die rote Far­be sind Res­te einer Beschä­di­gung durch Unbe­kann­te nach der umstrit­te­nen Ent­schei­dung des Tutz­in­ger Gemein­de­ra­tes, das Denk­mal der in den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­strick­ten Künst­le­rin nicht zu ent­fer­nen. Bild: Benut­zer hgn-p, 3 April 2009, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2016.
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Don­ners­tag, am 16. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!

Es schneit schon wie­der mal, und Dei­ne [Hil­de] sitzt im war­men Stüb­chen – läßt sich’s wohl sein, Du!! Sie denkt an ihr Herz­lieb!! Du!! Mein lie­bes Dicker­le!! Dei­ne Mit­tags­pau­se wirst [Du] nun eben been­det haben – es ist 2 Uhr. Hab[‘] mir den Wehr­macht­be­richt heu­te gar­nicht [sic] ange­hört, ich mag es lie­ber still um mich haben, wenn ich Dir schrei­be, Du!! Hast ges­tern abend die Elly Ney spie­len hören im Rund­funk? Da muß­te ich wie­der mal so sehr an uns[e]re Zeit der heim­li­chen Zusam­men­künf­te den­ken! Du!! Ich freue mich so dar­auf, wie­der ein­mal mit Dir etwas Schö­nes und Gutes zu hören; hof­fent­lich ist’s uns ver­gönnt ein schö­nes Kon­zert oder Thea­ter zu besu­chen, wenn Du daheim bist. Wei­ter­le­sen!

12. Januar 1941

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Sonn­tag, am 12. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter mein!! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Die Zei­ger mei­ner Uhr sind sich eben jetzt am ferns­ten – vier­tel vor 3 Uhr.

Und wie ists‘ [sic: ist es] bei uns? Du?!

Ich bin Dir jetzt am nächs­ten, Du!! Am nahes­ten! Ganz nahe! Mein lie­ber, guter [Roland]!! Ich feie­re nun Sonn­tag, mit Dir. Die Arbeit ist getan. Vater liegt neben mir auf dem Sofa; Mut­ter erwar­ten wir jede Minu­te, sie woll­te mit dem Bus kom­men um die­se Zeit. Wei­ter­le­sen!

8. Januar 1941

T&Savatar[410108–1-1]

Mitt­woch, den 8. Janu­ar 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de] Du!!

So groß und tief und dun­kel schaust [Du] mich heu­te an aus Dei­nen lie­ben Augen, so tief und dun­kel leuch­ten sie nur mir, Du!! Ich weiß es! Mein lie­bes, lie­bes Herz!! Mei­ne [Hil­de] Du!! Mein!!! Führst mich wie­der zu dem Wun­der, Gelieb­te, zu dem Wun­der uns[e]rer Lie­be! Du!!! Dein [Roland] läßt sich so gern bei der Hand neh­men dann – und wir bei­de gehen zu ihm hin, froh und gern und rei­nen Gewis­sens, wir brau­chen uns des Anfangs nicht zu schä­men, Du!! Herz­lieb! Wel­ches Glück bedeu­tet das schon! Wir ken­nen die Geschich­te, den Weg, bei­de – wir sind ihn schon oft gegan­gen, wie­der und wie­der, und wer­den ihn noch oft gehen – wir kön­nen ihn genau beschrei­ben – was rechts und links des Weges steht – die Bie­gun­gen und Kreu­zun­gen – aber dann kom­men wir an eine Stel­le – (wir gin­gen noch nicht zusam­men damals) wir stan­den uns gegen­über – da ist die Spur nicht da – ver­west? – ein Sprung? von Herz zu Herz? – ein Fun­ke? – Got­tes Fügung?!! – Das Wun­der uns[e]rer Lie­be!! Wei­ter­le­sen!