Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Vaterland

22. Juni 1941

[410622–2‑1] Sch., am 22. 6. Sonn­tag 1941. Gelieb­ter! Mein [Roland]! Oh Du!! Wo soll ich denn zuerst begin­nen? Soo viel stürm­te heu­te auf mich ein. Du!! Du!! Freu­de, die mich erfüllt, die sich Dir kund tun will – Sor­ge, die mich bedrückt, die sich Dir mit­tei­len möch­te. Ach Herz­lieb! Will ich mir doch erst die […]

16. Juni 1941

[410616–1‑1] Mon­tag, den 16. Juni 1941 Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb! [Hilde]lieb! Hol­de mein! Eigent­lich ist es schon Diens­tag, da ich Dir schrei­be – zu ganz unge­wöhn­li­cher Stun­de, früh­mor­gens um 2 Uhr. Darf ich gar nicht so laut mit Dir plau­dern, damit die Stil­le der Nacht nicht ver­letzt wird. Ach Gelieb­te!!!!! Haben wir schon mit­ein­an­der […]

18. Mai 1941

[410518–2‑1] Sonn­tag­abend, am 18. Mai 1941 Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland]!! Das Brief­pa­pier ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt wel­ches auf­trei­ben kön­nen. Erst kom­men­de Woche bekom­men die Geschäf­te wie­der wel­ches her­ein. Aber dies hier ver­rich­tet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Herz­lieb alles […]

24. Dezember 1940

[401224–2‑1] Am Hei­lig­abend 1940. Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Nun ist er da, der Hei­li­ge Abend, voll Tan­nen­duft und voll Lich­ter­glanz. Herz­al­ler­liebs­ter! In mei­nem Her­zen ist Frie­den, wun­der­sa­mer Frie­den. Ich habe sie mit weit offe­nen Her­zen emp­fan­gen, die Got­tes­bot­schaft, die so unend­lich viel Lie­be, Mil­de, so rei­nes tröst­li­ches Licht aus­strahlt. Sie ist heu­te, […]

26. Mai 1940

[400526–2‑1] # O., am 26. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein [Roland], Du! Einen Brief hat­te ich schon für Dich geschrie­ben, am Frei­tag — abends nach dem Bad als ich im Bett lag. Ich habe ihn aber ges­tern wie­der zer­ris­sen und ver­brannt. Es braucht Dir nicht leid sein dar­um; denn Du wärst bestimmt trau­rig gewor­den dar­über. Ich war so […]

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