Trug und Schein: Ein Briefwechsel

03. Juli 1940

[400703–2‑1] Am 3. Juli, nach­mit­tags um 2 Uhr. Herz­al­ler­liebs­ter! Du! Ich seh­ne mich jetzt so sehr nach Dir. Nicht lan­ge mehr muß ich war­ten, dann ist der zehn­te — dann sind Feri­en, dann kommst Du! Ach, was ist dann alles, Liebs­ter! Ich füh­le es jeden Tag, und immer mehr, ich kann nicht mehr sein ohne Dich. Ich liebe […]

15. April 1940

[400415–2‑1] O., am 14. April 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland] Du! Heu­te bist Du nun in vol­ler Lebens­gröβe zu mir gekom­men. Ich hab[‘] mich ja so gefreut, Du! Aber so viel Sehn­sucht hab[‘] ich nach Dir, Du bist mir ganz nahe und doch ist es nicht der ech­te [Roland]. Klein bist Du, kann Dich mit […]

28. März 1940

[400328–2‑1] O., am 28. März 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Dei­nen Boten, Du! Mit wel­cher Unge­duld und Sehn­sucht erwar­te­te ich ihn, mit wel­cher Freu­de drück­te ich ihn an mein Herz heu­te früh und eil­te die Trep­pen hoch in mein Käm­mer­lein, ganz unbe­ob­ach­tet für mich allein woll­te ich erfah­ren, was Du mir sagen willst, Du! Ach […]

13. März 1940

[400313–1‑1] S. am 12. März 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Heu­te hat der Früh­ling wirk­lich zum ers­ten Male um die Ecke geschaut. Die Erde ist ein ein­zi­ges Rinn­sal, sie bricht auf, sie tut sich auf der bele­ben­den Son­ne. Wie­der geht ein Dienst­jahr zu Ende. Bald jährt sich der Tag zum zwei­ten Male, da wir uns […]

18. Oktober 1939

[391018–1‑1] K. am 18. Okto­ber 1939. Herz­lie­bes, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Herz­lie­bes! Daß ich die­se Anre­de ein­mal schrei­ben dürf­te, das schweb­te mir vor als der Inbe­griff höchs­ten Lie­bes­glü­ckes. Du! Wo bin ich jetzt? So möch­te ich Dir zu raten auf­ge­ben, wenn ich es nicht schon ver­ra­ten hät­te. Wie­der daheim bei Muttern. 

Nach oben scrollen