14. Mai 1942

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Triebis­chtal-Sem­mels­berg, “Otto Lud­wig,” Porträt, Zeich­nung, Stadtarchiv Meißen, Graphik­samm­lung. Quelle: Deutsche Fotothek df_rp-c_0200071, Säch­sis­che Lan­des­bib­lio­thek – Staats- und Uni­ver­sitäts­bib­lio­thek (SLUB). Lizenz CCA-SA 3.0 de, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2018.

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Don­ner­stag, den 14. Mai 1942

Herzelein! Geliebte! Meine [Hilde]! Liebes, treues Weib! Heute oder mor­gen hät­ten wir nun ziehen müssen. Geliebte! Wirst Du denn nun schon Gewißheit haben, daß wir noch bleiben kön­nen? Oh Du! Ich meine sie ver­spürt zu haben, Deine Freude, Dein Sehnen, darum, daß Dein Man­ner­li noch am ver­traut­en Orte sein kann – und daß wir die Sehn­sucht und Hoff­nung noch gar nicht so tief ver­schließen müssen auf ein baldiges Wieder­se­hen. Oh Geliebte! Geliebte!!! [Du] Woll­test schon wieder so treu und selb­st­los Dich beschei­den, Dich in Geduld ergeben – oh Du liebes, liebes Weib – und ich möchte so gern, sooooo gern Dir alle Treue und Geduld danken damit, daß Du gar nicht länger zu warten brauchst auf Dein Man­ner­li! Oh Du! Du!!! Herzelein! Und nun ist doch wieder ein wenig Hoff­nung – Geliebte!  Weit­er­lesen!

11. Februar 1942

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Wien, den 11. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste mein!

Nun ist Dein Bub wieder ein richtiger Wel­tenbumm­ler, steigt ganz ledig und frei und allein in der Welt umher – und ist doch Dein Bub, ganz Dein Bub! Du weißt: Du kannst ihn ganz allein in die weite Welt schick­en, in alle Winde – er bleibt Dir treu, er ist Dein! Ach Herzelein, Du! So wie ich weiß, so gewiß, daß Du – Du mein treulich wartest, immer! Schätzelein! Ich bin doch sooo froh und glück­lich daß ich Dein Bub bin, Dein Man­ner­li!!! Und ich füh­le immerzu das Band, das ich nach mir ziehe, wo ich auch bin, an dessen anderem Ende Du bist, mein geliebtes Weib – das Band uns[e]rer Liebe ist es, Herzenss­chätzelein! Weit­er­lesen!

14. Dezember 1941

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Son­ntag, 3. Advent _14. Dezem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]! Herzelein!

Oh Du! Heute Nacht bist Du zu mir gekom­men, im Traum! War das doch son­der­bar, Du! Es dunkelte schon draußen, ich wohnte wieder in uns[e]rer alten Woh­nung S.straße 10. Ich stand am Fen­ster in der Küche, von da aus ich die Kreuzung überse­hen kon­nte. Plöt­zlich sah ich Dich, mein Lieb, um die Ecke biegen! Einen schw­eren Kof­fer schlepptest Du und gingst ganz schief! In Dein­er Marine­u­ni­form kamst [Du] daher. Oh, ich fühlte richtig, wie mein Herz zum Zer­sprin­gen klopfte! Du!! Ach – wie soll ich’s nur beschreiben? Weit­er­lesen!

10. Dezember 1941

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Mittwoch, am 10. Dezem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]! Geliebter!!!

Ich kann nicht gehen, eh[‘] ich Dir guten Tag gewün­scht habe, Du!! Und ein liebes Kus­sel geschenkt! Ach Herzelein!!! Ich muß Dich gar so lieb haben! Du!!! Du!!!!! Es ist bald ½ 3 Uhr. Ich muß nach­her zur Schar. Eben war ein Bürschlein da, mich besuchen. Ich habe ihn nicht herein­ge­lassen! Weißt! Das führe ich nicht erst ein. Ich werde die Geis­ter dann nicht mehr los! [Ich] Habe ihm gesagt, daß ich noch Arbeit hätte jet­zt, er soll nur um 3 [Uhr] dann kom­men. Weit­er­lesen!

02. Dezember 1941

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Dien­stag, den 2. Dezem­ber 1941

Herzenss­chätzelein! Mein liebes, treues Weib! Du!!!

Bist sovieltausend­lieb zu mir gekom­men heute, Du! Du!!! Oh Herzenss­chätzelein! All mein Glück ste­ht vor mir – Deine Liebe, uns[e]re Liebe! – Ach, Du selbes, Herzenss­chätzelein! Sooo lieb! Sooo unendlich lieb! Du! Du!!! Weit­er­lesen!