Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Unglück

22. Juni 1941

[410622–1–1] Sonn­abend, den 22. Juni 1941 Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de], Du! Gelieb­te!! Wie soll ich Dich trös­ten heu­te? Gelieb­te! Wie wol­len wir ein­an­der trös­ten heu­te? Welch schwar­zer Tag! Wenn wir all den Hoff­nun­gen nach­schau­en wol­len, die er zer­brach, all den Ent­täu­schun­gen nach­hän­gen, die er brach­te, dann möch­ten wir schwer­lich einen Trost fin­den. Ach, […]

19. Juni 1939

[390619–2‑1] O., am 19. Juni 1939. Mein lie­ber [Roland]! Wie konn­te ich nur so schnell fas­sungs­los sein? Immer wie­der stel­le ich mir die­se Fra­ge. Nun betrach­te ich das Ges­tern als einen bösen, schwe­ren Druck, der jetzt von mir gewi­chen ist. Drau­ßen ist Son­nen­schein — in mei­nem Her­zen ist Son­nen­schein! Du, Liebs­ter! Plea­se fol­low and like […]

14. August 1938

[380814–2‑1] O., am 14. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Heu­te früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nach­richt vom Heim­gan­ge Ihrer lie­ben Groß­mutter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forsch­lich sind doch Got­tes Wege. Sie haben alle die furcht­ba­ren Stun­den mit­er­lebt, macht­los dem Schick­sal gegen­über. Und für einen emp­find­sa­men Men­schen wohl das Schlimms­te — Ein­sam­keit im Her­zen. Ich […]

11. August 1938

L. am 11.8.1938 5 6 //7 [*]// 8 9 10 11 12 13 14 [*] Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! /Das waren ein paar schwe­re Tage. Uns[e]re Groß­mutter ist mit­ten aus ihrem Sor­gen / und Schaf­fen abge­ru­fen wor­den. Gott gab ihr ein gnä­di­ges Ende. Vori­ge Woche ging ich baden, Diens­tag und Mitt­woch in B., Don­ners­tag und Frei­tag in G.. […]

16. Mai 1938

[380516–1‑1] L. am 16. Mai 1938. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Unser Brief­wech­sel ist an einem Punk­te ange­langt, über den hin­aus er mit Gewinn nur geführt wer­den kann, wenn wir ganz ehr­lich zu uns selbst und vor­ein­an­der sind, und die­se Bedin­gung stellt mich vor die Ent­schei­dung, ob ich zum ers­ten Male in mei­nem Leben mich einem Men­schen […]

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