10. Oktober 1941

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Frei­tag, den 10. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

So reich bin ich beschenkt wor­den heu­te — ich habe mich ja sooo sehr gefreut und es so ganz beson­ders glück­lich gespürt, wie so lieb Du mich hast! 2 lie­be, lie­be Boten sind zu mir gekom­men vom Ern­te­dank­sonn­tag und des­sen Vor­abend. Und dazu ein gan­zer Kar­ton Schmät­ze [wohl Bai­ser­ge­bäck] — er steht jetzt neben mir auf dem Tische. Fein schme­cken die Kussel [wohl Küss­chen], die Kuchen­kus­sel — die rich­ti­gen sind aber noch viel, viel süßer, ja? Du!!! — sei tausend­lieb bedankt für all Dei­ne lie­ben Zei­chen. Ach Herz­lieb! Ich bin Dei­ner Lie­be ganz gewiß! Und doch geht es mir so wie Dir, daß ich es immer wie­der hören und lesen möch­te, wie so lieb Du mich hast. Wei­ter­le­sen!

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01. Oktober 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mitt­woch, den 1. Okto­ber 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wie­der ins alte Gelei­se. Daß man ein­mal aus dem Gelei­se geris­sen wird, daß man nicht fest­fährt in einem Gelei­se, das ist wich­tig für das Leben, und das müs­sen wir uns auch für spä­ter mer­ken. Das Schul­meis­terleben ist so ange­legt, daß es zu sol­chem Fest­fah­ren schwer­lich kommt. Ob [w]ir auch ein­mal Ehe­fe­ri­en brau­chen, um nicht fest­zu­fah­ren? Ich nicht. Und Du? – Ich wer­de Dir kei­ne bewil­li­gen! Wei­ter­le­sen!

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30. September 1941

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[Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib!

Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re war, das weiß ich, Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

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23. August 1941

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Frei­tag, den 22. August 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Herz­lieb! Gelieb­te Mein!

Letz­ter frei­er Nach­mit­tag heu­te – vor der gro­ßen Rei­se – in der nächs­ten Woche will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Urlaub, damit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­lich ist, geht mei­ne Rei­se über Bel­grad – Agram – Graz – Mün­chen – Hof. In Mün­chen soll der Zug am zwei­ten Tage 1918 [Uhr] ein­tref­fen. Nach mei­nem Fahr­plan geht es dann 2130 [Uhr] wei­ter in Rich­tung Chem­nitz, wo ich schon gegen 6 Uhr mor­gens ein­tref­fe. [Es] Kann also sein, daß mein Tele­gramm in Mün­chen auf­ge­ge­ben ist – und tele­fo­nie­ren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herz­lieb wird schon mun­ter sein – ist ja immer mun­ter, wenn das Man­ner­li geguckt [sic] kommt! Na, wir wer­den schon sehen. Herz­lieb! Kannst [Du] Dir den­ken, daß das Man­ner­li schon ein bis­sel vom Rei­se­fie­ber gepackt ist? [Das] Äußert sich in der Freu­de, die nun kaum noch zu hal­ten ist. Wei­ter­le­sen!

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4. Juli 1941

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Frei­tag, den 4. Juli 1941

Mein lie­ber Her­zens­schatz, Du! Gelieb­te, Hol­de mein!

Mein, Du bist ges­tern Abend auch so müde gewe­sen wie ich. Um 9 Uhr habe ich mich schla­fen gelegt, die Augen woll­ten eben nim­mer offen blei­ben. Vor­ges­tern eine unru­hi­ge Gewit­ter­nacht mit leb­haf­ter Wan­zen­tä­tig­keit, ver­gan­ge­ne Nacht auf dem har­ten Tisch gele­gen – es ist also kein Wun­der. Dafür habe ich mich nun heu­te in der früh [sic] etwas zei­ti­ger auf­ge­macht, damit mein Herz­lieb sei­nen Boten bekommt. Wenn ich raten soll, ist es heu­te auch schon auf­ge­stan­den – Abschied von der Som­mer­fri­sche? Ach, der ist nicht leicht, wenn es einem recht gefal­len hat – das lei­di­ge Kof­fer­pa­cken. Spä­ter, Lie­bes, besor­gen wir das zusam­men, und da soll es uns nicht so schwer fal­len. Wei­ter­le­sen!

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