Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Ungeduld

02. November 1938

[381102–1‑1] L. am 2. Nov. 1938 Lie­be [Hil­de]! Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt […]

27. Oktober 1938

[381027–1‑1] L. am 27. Okt. 1938 27.10. Lie­be [Hil­de]! In der Namen­fra­ge beu­ge ich mich gern Ihrer Ent­schei­dung. Ich hat­te Sie Ihnen ja zwi­schen den Zei­len zuge­scho­ben. Ich höre mei­nen Namen sel­ten rufen. Zu Hau­se sagt man meist „Gro­ßer, Groß­el.” Es wun­dert und freut mich doch, daß Sie an dem soli­den, alt­vä­te­ri­schen Namen Gefal­len fin­den. Es […]

15. Oktober 1938

[381015–1‑1] 13.10.38 L. am 15. Okto­ber 1938. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Drei­und­zwan­zig Bil­der besit­ze ich jetzt von Ihnen und drei­und­zwan­zig Brie­fe. Das mag für mich der Anlaß sein, mich Ihrem Brief­ge­den­ken anzu­schlie­ßen. Dies­mal habe ich beson­ders unge­dul­dig auf Ihren Brief gewar­tet, ohne daß ich einen rech­ten Grund dafür anfüh­ren könn­te. Ganz gegen die Abma­chun­gen begann die […]

28. Juli 1938

[380728–1‑1] 26.7.38 B. am 28.7. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Die Post arbei­tet gut und zuver­läs­sig. Voll Sor­ge [u]nd Unge­duld war­te­te ich am Sonn­tag den Brief­trä­ger ab — er brach­te nichts. Über­le­gen Sie ein­mal: Mei­ne Absa­ge hät­te Sie nicht erreicht, Sie wären nach Gos­lar gefah­ren und hät­ten mich nicht ange­trof­fen, was hät­ten Sie getan? Wenn Ihr O.er […]

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