Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Umzug

13. November 1942

26.) Frei­tag­abend [sic], am 13. Novem­ber 1942. 

Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Mein Her­zens­man­ner­li! Ich sit­ze beim Schein der Lese­lam­pe, im Ofen brum­melt ein lus­ti­ges Feu­er, Frei­tags ist es ja ein Bade­feu­er! Der Letz­te wäs­sert sich eben!! Papa. Die Uhr zeigt punkt [sic] sie­ben, eben höre ich unse­re Uhr schla­gen, Du! Und beim Man­ner­li ist es ja schon 8°° jetzt. […]

14. Mai 1942

[420514–1‑1] Don­ners­tag, den 14. Mai 1942 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne [Hil­de]! Lie­bes, treu­es Weib! Heu­te oder mor­gen hät­ten wir nun zie­hen müs­sen. Gelieb­te! Wirst Du denn nun schon Gewiß­heit haben, daß wir noch blei­ben kön­nen? Oh Du! Ich mei­ne sie ver­spürt zu haben, Dei­ne Freu­de, Dein Seh­nen, dar­um, daß Dein Man­ner­li noch am ver­trau­ten Orte sein kann […]

11. Mai 1942

[420511–1‑1] [Salo­ni­ki,] Mon­tag, den 11. Mai 1942 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be aller­liebs­te [Hil­de], Du! [Ich] Sitz[‘] doch schon wie­der bei Dir! Schnell ist der Tag her­um von einem Hän­de­fas­sen und Lieb­ge­den­ken zum ander[e]n. Und der Mai erscheint schon wie­der zwei­stel­lig. Her­ze­lein! [Du] Hast doch schon wie­der eine Urlaubs­hoff­nung ein­ge­pflanzt, Du, Herz­al­ler­liebs­te! Weil Du mich gern wie­der einmal […]

10. Oktober 1940

[401010–1‑1] Don­ners­tag, den 10. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du! Mit­tags­pau­se ist. Ein rüh­ri­ger Tag ist heu­te. Heu­te vor­mit­tag haben wir mit Platz­pa­tro­nen geschos­sen, jeder Mann 2x3 Schuß. 5 Minu­ten ist man d[a]ran und 2 Stun­den steht man her­um. Bei die­sem Schie­ßen kann man nicht sehen, was man getrof­fen hat. Es ist […]

13. März 1940

[400313–2‑1] O., am 13. März 1940. Am Mon­tag. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Der ers­te Tag ist zu Ende gegan­gen.  Reg­ne­risch und grau hub er an am Mor­gen, änder­te sich auch nicht bis zur Stun­de.  Mei­ne Arbeit heu­te war öde und lang­wei­lig — und doch .… . Du!  Mein Liebs­ter, Du!  Ich spü­re ja alles Trü­be um mich her kaum, wenn […]

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