30. April 1942

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 30. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nun hau­sen wir schon eini­ge Stun­den im neu­en Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschla­fen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich muß­te doch noch sooo lieb Dein den­ken! Ach Her­ze­lein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­ha­ben müs­sen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit mei­nem neu­en Arbeits­platz bin ich zufrie­den. Die Mor­gen- und Vor­mit­tags­son­ne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den hei­ßen Tagen will­kom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­li­cher her­auf in das Klap­pern der Schreib­ma­schi­ne und das Krit­zeln der Feder (das ist zusam­men mit dem Geklin­gel des Tele­fons der Schlach­ten­lärm der Schreib­stu­be). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vor­teil, daß wir unge­stör­ter arbei­ten kön­nen – den Nach­teil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neu­gie­rig. Wei­ter­le­sen!

23. August 1941

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Frei­tag, den 22. August 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Herz­lieb! Gelieb­te Mein!

Letz­ter frei­er Nach­mit­tag heu­te – vor der gro­ßen Rei­se – in der nächs­ten Woche will ich ihn doch gleich noch mit dran­hän­gen an den Urlaub, damit ich schon am Nach­mit­tag fah­ren kann. Wenn das mög­lich ist, geht mei­ne Rei­se über Bel­grad – Agram – Graz – Mün­chen – Hof. In Mün­chen soll der Zug am zwei­ten Tage 1918 [Uhr] ein­tref­fen. Nach mei­nem Fahr­plan geht es dann 2130 [Uhr] wei­ter in Rich­tung Chem­nitz, wo ich schon gegen 6 Uhr mor­gens ein­tref­fe. [Es] Kann also sein, daß mein Tele­gramm in Mün­chen auf­ge­ge­ben ist – und tele­fo­nie­ren, kann ich denn das schon so früh? Du! Mein Herz­lieb wird schon mun­ter sein – ist ja immer mun­ter, wenn das Man­ner­li geguckt [sic] kommt! Na, wir wer­den schon sehen. Herz­lieb! Kannst [Du] Dir den­ken, daß das Man­ner­li schon ein bis­sel vom Rei­se­fie­ber gepackt ist? [Das] Äußert sich in der Freu­de, die nun kaum noch zu hal­ten ist. Wei­ter­le­sen!

10. August 1941

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Sonn­tag, den 10. August 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!!

Du bist zu mir gekom­men, heu­te, zum Sonn­tag! Ich dan­ke Dir so sehr! Nun weiß ich auch, war­um es am Sonn­abend und Sonn­tag so still um mich war! Wie deut­lich ich das doch gefühlt habe! Ich wuß­te doch gar nicht vor­her, daß Du in Glauchau weil­test! Herz­lieb! So leben­dig und gegen­wär­tig ist mir Dei­ne Lie­be immer sonst! Ach – und wenn nun nicht schon wie­der 8 Tage dazwi­schen­lä­gen und wir unse­rem Wie­der­se­hen nicht schon 8 Tage näher wären, müß­te ich Dich doch erst ein­mal ganz lieb trös­ten. Aber dar­über und dazu gibt es doch fast gar kei­nen Trost mehr – wir sind nun bei­de so voll Sehn­sucht und Ver­lan­gen und Unge­duld – Gott im Him­mel hel­fe uns in Gna­den! Wei­ter­le­sen!

27. Juni 1941

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Frei­tag, den 27. Juni 1941

Herz­al­ler­liebs­te, Du! Mein lie­bes Som­mer­fe­ri­en­vög­lein!

Jetzt komm[‘] ich gleich erst 1 mal [sic] auf einen Sprung zu Dir! Es ist noch früh – ½ 9 Uhr – gera­de mal rei­ne Luft in der Schreib­stu­be – und da muß ich doch erst mal nach mei­nem Herz­lieb aus­schau­en!

Hat es denn schon fein aus­ge­schla­fen? Sonst küß ich es gleich mun­ter! Ist´s denn fein grad [sic] auf­ge­stan­den? Sonst mach[‘] ich aus dem mür­ri­schen Büb­chen gleich ein froh­ge­mu­tes. Wie ich das mache? Ich drü­cke, drü­cke es ganz lieb und sehr, Du!!! Wei­ter­le­sen!

06. März 1941

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Logo des Films Bis­marck, Regie: Wolf­gang Lie­ben­ei­ner, 1940. Tobis. Gemein­frei über Wiki­pe­dia, 3/2016.

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Don­ners­tag, den 6. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!!

Schon wie­der 8 Tage ver­stri­chen – wie­der 8 Tage der schö­nen Jah­res­zeit näher. Du! Heu­te spürt man sie ganz deut­lich in der Luft. Du! Wenn ich für immer bei Dir sein kann, dann fra­ge ich nicht mehr nach Tages- und Jah­res­zeit – dann sind sie mir gewiß alle gleich lieb, oder so lieb wie Dir. Wei­ter­le­sen!