Trug und Schein: Ein Briefwechsel

05. November 1941

[411105–1‑1] [Salo­ni­ki] den 5. Nov. 1941 Her­ze­lein, Du! Liebs­te, Herz­al­ler­liebs­te mein! Du!!! Dein Man­ner­li muß­te sich doch so schnell los­rei­ßen ges­tern – nein, heu­te früh war’s, daß ich den Boten fer­tigschrieb, daß ich Dich so lieb fest­hal­ten muß­te und mich doch am liebs­ten gar nim­mer getrennt hät­te von Dir! Ges­tern abend war es so unru­hig im Hause. 

18. Oktober 1941

[411018–2‑1] Sonn­abend, am 18. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Es ist jetzt bald 5 Uhr nach­mit­tags, gleich will ich mich erst mal zu Dir set­zen und ein wenig mit Dir plau­dern. Wir haben noch nicht geba­det und jetzt bäckt gera­de ein Kar­tof­fel­napf­ku­chen im Ofen, da muß ich mit dem Bade­was­ser noch ein Stünd­chen warten. […]

16. August 1941

[410817–1‑1] Sonn­abend, den 16. August 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes Weib­chen! Du!!! Du!!!!! Ach, ist es denn so klein, mein Herz­lieb? Daß mir nur die chen und lein gefal­len mögen? Ist doch alles sooo groß an ihm: die Ärm­chen und Händ­lein, und die Bei­neln und Füßeln – das Köpf­chen ist ja nicht groß – und das Münd­chen, grad […]

5. August 1941

[410805–1‑1] Diens­tag, den 5. August 1941 Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein! Gelieb­te, Du!!!!! Weh­tun, das will ich Dir doch über­haupt nicht! Ich will Dich doch nur ganz sehr lieb­ha­ben! Und nun habe ich Dir doch weh­ge­tan. Leid ist es mir dar­um, Du! Herz­lieb!!!!! Habe ich Dei­ner Lie­be miß­traut? Gelieb­te! Nein! Du!!!!! Wir haben uns miß­ver­stan­den in dieser […]

30. Juli 1941

[410730–1‑1] Mitt­woch, den 30. Juli 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! „Hab ich nur Dei­ne Lie­be, die Treue brauch ich nicht – die Lie­be ist die Wur­zel nur, aus der die Treue bricht“. Das ist ein wah­res Wort. Die Lie­be ist der leben­di­ge Quell, der Nähr- und Mut­ter­bo­den aller gro­ßen Tugen­den auch der […]

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