Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Traurigkeit

21. November 1938

[381121–1‑1] L. am 21. 11. 1938. am Mon­tag Lie­be [Hil­de]! Ein wenig trau­rig bin ich heu­te. Wie flüch­tig sind doch ein paar schö­ne Stun­den. Ich möch­te gern dem gest­ri­gen Tage nachträu­men und mein Herz aus­schwin­gen las­sen. Alles ist mir zuwi­der und stört mich. Ein wenig müde bin ich auch noch. Daß ich allein bin, emp­fin­de […]

07. November 1938*

[381107–2‑1* unvoll­stän­dig] O., am 7. Novem­ber 1938. Lie­ber [Roland]! Wie könn­te ich noch so trau­rig sein wie vori­ge Woche? Bit­te sei­en Sie ganz beru­higt und zuver­sicht­lich. Ich füh­le es, daß ich über­wun­den habe. Ich bin Ihnen so sehr dank­bar für Ihren lie­ben Brief. Daß ich Ihnen so viel Sor­ge machen muß! Sie Armer, die Ein­sam­keit lässt […]

02. November 1938

[381102–1‑1] L. am 2. Nov. 1938 Lie­be [Hil­de]! Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt […]

01. November 1938

[381101–1‑1] L. am 1. Novem­ber 1938. Lie­be [Hil­de]! Bis zum Sonn­tag kann ich Sie nicht war­ten las­sen. Bei mei­ner Rück­kehr schie­nen die Ster­ne, nach denen Sie auf dem Bahn­hof ver­ge­bens aus­schau­ten, und heu­te ist hel­ler Son­nen­schein. Möch­ten es gute Zei­chen sein! Die dun­kels­ten Schat­ten kom­men da nicht auf. ½ 12 bin ich zu Bett, zu […]

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