02. November 1940

Carl von Clausewitz
Carl von Clau­se­witz, klas­si­scher deut­scher Rea­list in Fra­gen des Krie­ges, Male­rei von Karl Wil­helm Wach, Quel­le: Hohum, von www.nodulo.org, lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons. 10.2015.
[401102–1-1]

Sonn­abend, den 2. Novem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, gelieb­te [Hil­de] Du!!

Ich habe schon manch­mal es erlebt und emp­fun­den, daß ich mich auf die Wirk­lich­keit ein­stel­len kann, daß ich ein Rea­list bin. Herz­lieb, die­ses Ver­mö­gen bewahr­te mich ges­tern abend wie­der vor Trüb­sinn und erleich­tert es mir, mich in eine neue Situa­ti­on ein­zu­le­ben. Und heu­te habe ich ihr schon ein paar Licht­bli­cke abge­won­nen. Was hät­te mich denn leicht trüb­sin­nig stim­men kön­nen? Die­se etwas tris­te Umge­bung die­se Feld­la­gers, dazu mein Allein­ste­hen hier, dazu der zunächst völ­lig grund­lo­se Gedan­ke, ich möch­te ein schlech­te­res Los gezo­gen haben als die Kame­ra­den. Und wel­ches sind die ers­ten Licht­bli­cke? Wei­ter­le­sen!