15. Oktober 1940

Hilde Weissner, Schauspielerin, Spielt Holde Rotemunde in Daheim in der Heide, 1936. Über Virtual History, 10.2015.
Hil­de Weiss­ner, Schau­spie­le­rin, spielt Hol­de Roter­mund in Daheim in der Hei­de, 1936. Über Vir­tu­al Histo­ry, 10.2015.

[401015–2‑1]

Diens­tag, am 15. Okto­ber 1940, in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter, guter [Roland]!

Wie­der daheim. Wie schön ist es, wenn man das sagen und füh­len kann. Ach, mein Rudolf Du, das Herz war mir so über­voll all die Tage und ich war doch gebun­den, konn­te nicht sein, wie mir das Herz gebot. Es war nicht leicht für mich. Aber nun kann ich wie­der nur Dir leben, nur Dir, mein [Roland]. Wei­ter­le­sen!

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30. September 1940

Monument Joods verzet.jpg
An die­sem Tag wur­den in den besetz­ten Nie­der­lan­den wei­te­re Maß­nah­men erlas­sen, die fest­leg­ten, wer als Jude galt und die den jüdi­schen Beam­ten die Aus­übung ihres Beru­fes unter­sag­ten. Monu­ment Joods ver­zet (1988) in Ams­ter­dam, Foto M. Min­der­houd, lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400930–2‑1]

Mon­tag, am 30. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter, Du! Mein gelieb­ter [Roland]!

Tief auf­at­men kann ich nun — die Ban­de ist fort!

Eigent­lich ist das ein häß­li­cher Zug, so von Besuch zu reden. Aber glaubst [sic: glau­be], hier habe ich dabei nicht gelo­gen; die Kin­der betrach­tet. Heu­te früh um 9 [Uhr] sind sie fort, erst noch­mal zur Oma nach M.. Onkel Her­bert fuhr schon ges­tern abend heim, er muß zei­tig ins Geschäft heu­te. Ich weiß nicht, ob ich ihm trau­en könn­te. Wenn er mit dem 6 Uhr Bus schon fährt, geht der ja noch nicht nach Hau­se. Das kann ich nicht glau­ben. Wei­ter­le­sen!

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20. September 1940

[400920–2‑1]

Frei­tag, am 20. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du, mein lie­ber, lie­ber, [Roland]!

Coastline of the Baltic Sea in Kołobrzeg and historical lighthouse.
Kolo­brzeg, Küs­te und Leucht­turm, Foto 2012, Autor Kapi­tel, CC0 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

Bei uns herrscht heu­te so ein tol­ler Sturm, daß ich oben in mei­nem Dorn­rös­chen­schloß fast mei­ne, er müß­te mich aus­he­ben. Wenn ich jetzt so still sit­ze, bebt alles unter mir; das wird wie­der eine unru­hi­ge Nacht geben, bei dem Schie­fergeklap­per. Möch­te mal den See­gang bei die­sem Sturm erle­ben. Wei­ter­le­sen!

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19. September 1940

Bundesarchiv Bild 183-W-0801-512, Rhön, Hanna Reitsch beim Segelflug-Wettbewerb.jpg
In Rends­burg besuch­te Han­na Reitsch, Flie­ge­rin und Luft­waf­fe-Test­pi­lo­tin, die Kolo­nia­le Frau­en­schu­le Rends­burg (1926–45), hier bei einem Segel­flug­wett­be­werb 1936, DBa Bild 183-W-0801–512 / Becke, Hein­rich von der / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

[400919–2‑1]

Don­ners­tag, am 19. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Heu­te ist hel­ler Son­nen­schein drau­ßen und ich bin ganz wohl und mun­ter. Mut­ter ließ mich heu­te früh schla­fen, und ich bin erst um 8 [Uhr] auf­ge­weckt. War ich erschro­cken.

Du kannst schon immer Dir aus­ma­len, was bloß los wäre, wenn ich Dich, mei­nen Wecker[,] nicht hät­te in Zukunft! Heu­te früh habe ich eine lie­be Über­ra­schung erlebt. Wei­ter­le­sen!

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02. September 1940

Hilde und Roland, vor der Kirche, Hochzeitsbild, 07.1940
Hil­de und Roland, vor der Kir­che, Hoch­zeits­bild, 07.1940

[400902–2‑1]

O., am 27. August 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Den gan­zen, lan­gen Mon­tag hab[e] ich Dich ver­folgt mit mei­nen Gedan­ken. Jede Umstei­ge­sta­di­on [sic], jeden Auf­ent­halt, die lan­ge War­te­zeit bis es mit­tags 1200 war, alles hab[e] ich ver­folgt. Ja und dann, Du? Von da ab konn­te ich Dich nicht mehr fin­den, und ich quäl­te mich auch nicht, zu rät­seln, wohin die Fahrt gegan­gen sein mag. Ich will [j]a alle Geduld sam­meln, bis ich ein Zei­chen von Dir habe. Es war in jedem Raum und es ist auch heu­te noch ein Schim­mer von den letz­ten trau­li­chen Stun­den, die uns bei­de hier ver­ein­ten. Das ist so gut und so tröst­lich; es ist doch am Tage recht still und ein­sam um mich her. Ich wer­de mich erst dar­an gewöh­nen müs­sen, die letz­ten Wochen sind so vol­ler Glück und Selig­keit gewe­sen, daß mich die Stil­le und das Allein­sein dop­pelt bedrückt. Arbeit habe ich genug, o ja — aber die Gedan­ken! Wei­ter­le­sen!~

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