09. Januar 1942

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 9. Janu­ar 1942

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Schät­ze­lein! Vor­wärts drängt die Zeit – und mor­gen ist der läng­li­che Janu­ar schon zwei­stel­lig. Luft­wärts [sic] stre­ben die Tage zur Höhe des Jah­res und wir erge­ben [sic] uns nicht zufrie­den in die­sen Lauf des Jah­res, froh jedes neu­en Tages – wir schau­en unru­hig aus, vor­wärts und rech­nen, über­schla­gen – wann wird Frie­den sein, Frie­den?! Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

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Frei­tag, am 2. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter!

Du!!! Heu­te will ich wie­der zu Dir kom­men.

Ges­tern war ich nur immer in Gedan­ken bei Dir. Der 1. Janu­ar war ges­tern. Du! Den­ke nur: wir schlie­fen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­be­dürf­tig gewe­sen sei­en! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Fei­er­tags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wuß­ten wir, und so waren wir mal ganz faul. Her­ze­lein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­ves­ter­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Fer­ne, Du!!! Eine herr­li­che Nacht war es. So mond­hell, frost­klir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kir­che heim­ge­gan­gen, nach­dem die Pre­digt zu Ende war und vie­le Leu­te noch das Abend­mahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Stra­ße. Wie war das doch schön! Über mir die unend­li­che Him­mels­wei­te – so fried­lich alles rings­her. Wei­ter­le­sen!

29. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Dez. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein!

Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Nun leuch­tet mir aus Dei­nen Augen das Glück – das Glück uns[e]rer Lie­be! Du bist glück­lich in mei­ner Lie­be! Oh hol­der Wider­schein! Oh beru­hi­gen­der Wider­klang! Gelieb­te! Ich füh­le ganz bese­ligt, wie tief uns[e]re Her­zen inein­an­der­ru­hen. Oh Gelieb­te! Ich füh­le, wie Du mich an Dein Herz ziehst, ganz lieb, und nah, und fest – Dein Liebs­ter, Dein Her­zens­schatz! – Wei­ter­le­sen!

13. November 1941

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Don­ners­tag, am 13. Novem­ber [19]41.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter!!!

Du!! Liebs­ter! Du bedrängst mich doch so sehr, daß ich vor lau­ter Lie­be und Selig­keit gar­nicht weiß wohin! Du!! Du!!! Oh Du!! Gelieb­ter! Und ich las­se mich doch so ger­ne bedrän­gen – von Dir!!! nur von Dir, Her­ze­lein gelieb­tes! Nur von Dir mag ich alle Lie­be und Zärt­lich­keit! Von kei­nem sonst!!! Oh Her­zens­lieb! Wie hast Du mich doch in Dein Herz geschlos­sen! Fest!! Ganz fest – für immer! Du!! Und hast mich sooooo lieb! Sooooo lieb! Du!! Ganz sehr glück­lich hast Du mich gemacht, mein Her­ze­lein, heu­te. Den­ke nur: 3 lie­be Boten sind gekom­men! Wei­ter­le­sen!

10. April 1941

Bundesarchiv Bild 183-L22515, Griechenland, Parthenon, Deutsche Soldaten
Grie­chen­land: Deut­sche Sol­da­ten besich­ti­gen den Par­the­non, Athen, April 1941. Foto­graf Dick, All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild, gemein­frei über Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L22515 / CC-BY-SA 3.0, 04.2016.
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Don­ners­tag, d. 10. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Mor­gen ist Kar­frei­tag. Fei­er­abend ist, [es ist] gegen 5 Uhr am Nach­mit­tag. Ich sit­ze in der Schreib­stu­be, im geheiz­ten Zim­mer. Kalt ist es seit 2 Tagen. Es hat ein wenig gereg­net, der Wind weht aus Wes­ten. Es ist sehr frisch. Aber nun sind die Bäu­me grün, die Blät­ter kön­nen nicht mehr in ihre Hül­len zurück­krie­chen. Ich bin jetzt 2 Tage nicht mehr aus dem Bau gekom­men. Es macht kei­ne Freu­de bei die­sem Wet­ter. Uns[e]re Lewa sind fast alle – und es ist unge­wiß, ob wir davon noch ein­mal nachbgekom­men [sic]. Wei­ter­le­sen!