Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Theater

11. November 1939

[391111–2‑1] O., am 9. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Für Dei­nen lie­ben Brief mei­nen herz­lichs­ten Dank. Ich wuß­te, daß Du mir heu­te schrei­ben wirst. Es ist etwas so Eigen­ar­ti­ges um die Gedan­ken und um die Sehn­sucht. Bei­de gehen so unend­lich weit, wie unsicht­ba­re Fäden ver­bin­den sie uns. Sie drin­gen durch den letz­ten Widerstand […]

10. November 1939

[391110–1‑1] S. am 10. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Das ist wohl eine Erfah­rung, die alle die­je­ni­gen machen, wel­che sich für Sonn­abend und Sonn­tag etwas Beson­de­res vor­neh­men: Mon­tag und Diens­tag sind die längs­ten Wochen­ta­ge, aber von Mitt­woch an zer­rin­nen die Stun­den nur so unter den Fin­gern. Ich bin schon wie­der start­be­reit. In acht Tagen, […]

03. November 1939

[391103–1‑1] S. am 1. Novem­ber 1939. Am Mitt­woch. Herz­al­ler­liebs­te! Erfreu­lich und über­ra­schend pünkt­lich lan­de­te ich noch vor 10 Uhr in Ostsach­sen. Ein Stück der Heim­fahrt habe ich ver­schla­fen. Hof­fent­lich wird mir mor­gen die Kun­de von Dei­ner guten Heim­kehr. Der Mensch, der Dir Augen mach­te, hat mich noch ein­paar­mal geängs­tigt. Na wart nur, bald wer­den wir dem […]

09. Mai 1939

[390509–2‑1] O., am 7. Mai 1939. Mein lie­ber [Roland]! Mich drängt es, noch etwas für Dich zu schrei­ben, wenn’s auch schon längst Schla­fens­zeit ist. Ich kann kei­ne Ruhe fin­den. Bald wird die Uhr Mit­ter­nacht schla­gen. Bist Du es, Lie­ber, der mich in Gedan­ken sucht?

28. April 1939

[390428–1‑1] L. am 28. April 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Als ich ges­tern (zum zwei­ten­mal [sic]) unver­rich­te­ter Sache von unse­rem Post­amt kam, war ich betrübt bei dem Gedan­ken, daß uns[e]rer Begeg­nung höchst­wahr­schein­lich doch ein Hin­der­nis im Wege stün­de, und war auch für[’]s ers­te ein wenig unge­hal­ten dar­über, daß Du mich — was es auch sei — so […]

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