09. März 1941

T&Savatar[410308–2-2]

Sonn­abend, abends um ¼ 9 Uhr.

Herz­lieb! Du!! Wie hast du mich erschreckt! Oh – Du!! Gera­de war Vater fort­ge­gan­gen nach N. Ich hat­te den Tisch eben abge­räumt vom Abend­brot. Ganz genau höre ich im Radio sagen: die heu­ti­ge Rund­funk­schau von Hans Frit­sche fällt aus – es ist genau 19 45 [Uhr]. Da schrillt uns[e]re Glo­cke. Soo [sic] lan­ge. Ich rufe zum Fens­ter hin­un­ter, wer da? Wei­ter­le­sen!

03. Dezember 1940

Hilde und Roland, während Hildes Besuch, Ende November 1940, Eckernförde.
Hil­de und Roland wäh­rend Hil­des Besuch, Ende Novem­ber 1940 in Eckern­för­de.

[401203–2-1]

O., Diens­tag am 3. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter mein!! [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Mein ers­ter Gruß aus der Hei­mat wur­de ges­tern in H.W. begon­nen, er wird Dich mor­gen errei­chen. In O. ange­langt, galt mei­ne ers­te Sor­ge (Du!! Bit­te, bit­te nicht eifer­süch­tig sein!) Vaters Kof­fer, weißt? Wei­ter­le­sen!

02. November 1940

GWG „Eige­ne Schol­le, Hal­le, wohl zwi­schen 1934–39.

[401102–2-1]

Diens­tag, am 29. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Mit dem Brief­kas­ten­schlüs­sel bewaff­net ging ich heu­te früh gegen 5 Uhr zum Markt nach L.

Als ich vor die Haus­tür trat, Du! Wahr­haf­tig! Er [sic] war­te­te schon der Liebs­te! Es schim­mer­te weiß durch die Öff­nung des Kas­tens. Du!! Wie ich froh bin, wenn ich ihn fas­sen kann, Dei­nen lie­ben Boten. Du kannst mir’s nach­füh­len, Du freust Dich ja eben­so sehr wie ich. Du! Warst nun heut[’] mit mir auf dem Wochen­markt! Hof­fent­lich hast Du mir nicht auch so gefro­ren wie ich! Eine ganz rote Nase hab[’] ich mit heim­ge­bracht. Und ich konn­te Dich doch heut früh auch nicht an mein Herz drü­cken; der­weil an mei­nem Her­zen ruhen las­sen, wo es schön warm ist, Du wärst mir ja unten durch gerutscht, Du! Wei­ter­le­sen!