12. October 1941

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 12. Okto­ber, 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes teu­res Weib!

Es tat mir ja so leid, daß ich ges­tern so schnell mich los­rei­ßen muß­te und den Brief so halb fer­tig in den Kas­ten ste­cken – aber er wür­de Dich sonst nicht pünkt­lich errei­chen – und ich hat­te es Kame­rad K. nun ein­mal ver­spro­chen. Er hat mich in eine Bar mit­ge­nom­men. Vom Kino kamen wir ab, weil wir dann nicht hät­ten zusam­men­ge­hen kön­nen, er hat den „Post­meis­ter“ schon gese­hen. Wei­ter­le­sen!

20. Juni 1941

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Frei­tag, am 20. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein aller­liebs­tes, gutes Man­ner­li!

Du!! Schnell habe ich mich noch ein­mal in die küh­le Stu­be geflüch­tet, um ein Stünd­chen ganz lieb allein mir Dir zu sein! Mein [Roland]! Es drängt zwar viel, vie­ler­lei Arbeit und so Klein­kram, der zum Vor­be­rei­tungsdrasch einer Rei­se gehört – und vor allem, wenn zwei Wei­bel [Frau­en] fort wol­len, da will viel mehr sein, als bei einem Man­ne; aber ich muß heu­te noch ein­mal ganz lieb Dein den­ken, Du!! Du hast mich ja soo sehr erfreut und beglückt heu­te, Du!!! Daß ich Dir unbe­dingt ganz, ganz lieb dan­ken muß! Mein Herz­lieb!! Dein Sonn­abend­brief und vor­hin, nach­mit­tags auch noch dein Don­ners­tags­brief sind ange­kom­men – bei­de von der Sor­te, die noch zwi­schen­drin fehl­ten! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

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Sonn­abend, den 14. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Weißt [Du], wann es jetzt ist, daß ich Dir schrei­be? Des Sonn­tags in der Mor­gen­frü­he. Die Kame­ra­den schla­fen noch. Der Hubo ist ganz leis[‘] aus sei­nem Bett­lein gestie­gen, damit sein Herz­lieb auch recht­zei­tig sei­nen Gruß und Kuß kriegt. Du! Jetzt[,] da die Post wie­der so gut geht, kann man nicht schwin­deln und sich her­aus­re­den. Denk [nur], 6 oder 7 Tage nur braucht sie jetzt auch zu mir. Fein ist das! Sind doch die Nach­rich­ten nicht ganz über­holt und die Kussel [sic] nicht gar so alt­ba­cken. [Ich] Will Dir nur gleich ein ganz lie­bes geben, Du!!! Aber – das Lecker­mäul­chen ist ja noch so tief in die Kis­sen ver­gra­ben – bloß der Haar­schopf ist zu sehen. Ein Haar im Kussel, das ist nicht fein. Aber dort unten – schaut das Bei­nel [sic] [he]raus – das soll das Kussel krie­gen! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

21. April 1941

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Sonn­tag, den 20. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Gelieb­te mein!!

Wo soll ich nun anfan­gen mit dem Erzäh­len? Sollst doch teil­neh­men an allem, was hier vor­geht und was wir hier erle­ben! Ein Päck­chen, wie­der von Dir!, kam heu­te an – mit Fil­men. Konn­te ich gleich einen ver­knip­sen heu­te und brauch­te nicht zu gei­zen. Er geht mit die­ser Post ab, und ich bin gespannt, ob die­se Packun­gen unan­ge­tas­tet in Dei­ne Hän­de gelan­gen. Für Dei­ne Besor­gun­gen sei recht lieb bedankt – noch viel lie­ber für Dei­nen Gruß – ich freue mich, daß Du mir die sin­ni­gen Kar­ten schickst – sind doch sehr schön und sin­nig. Wei­ter­le­sen!

31. Januar 1941

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Frei­tag, am 31. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Die gro­ße Freu­de geht nun hin und her zwi­schen uns. Und sie ist in Dir so hell wie in mir, Du!! Dei­ne lie­ben Boten sind mir deut­lichs­ter Zeu­ge dafür! Du!! Wie ein fro­hes, dank­ba­res Kind kannst Du Dich mit mir freu­en! Nur mir willst Du aber die­se rei­ne, kind­li­che Freu­de zei­gen – nie­mand sonst darf sie sehen, Du!! Wei­ter­le­sen!