25. Juli 1941

Aus­zug aus dem Brief mit Kreuz

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X     Frei­tag, den 25. Juli 1941

Herz­lieb! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Wer hat mich denn heut[‘] Nacht nicht schla­fen las­sen? Du!! Du!!! Ist mein Paket ange­kom­men? Nun wirst [Du] Dich gewiß über den Urlaub am meis­ten gefreut haben! Der Hubo hat’s nicht geschickt gemacht – geschickt oder nicht – viel Freu­de woll­te ich Dir doch nur berei­ten! Nun muss ich Dir erst mei­nen Traum erzäh­len. Wei­ter­le­sen!

18. Dezember 1940

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Mitt­woch, am 18. Dezem­ber 1940. 

Herz­al­ler­liebs­ter!! Gelieb­ter, Du!! Mein [Roland]!!

Ich bin heu­te so voll heim­li­cher Freu­de und so voll gro­ßer Sehn­sucht nach Dir! Du! Ich muß in einem fort an Dich den­ken, so hart­nä­ckig schiebt sich immer wie­der Dein Bild vor alles, was ich auch anfas­se, und es ist mir so, als sähest Du mich sogar durch die­sen Brief­bo­gen hin­durch an, Du!! Du ver­folgst mich, Du!! Ich sehe immer Dein Gesicht — und die Augen dar­in, und sie leuch­ten, leuch­ten — Du!! Vor Freu­de? Vor Glück? Vor Sehn­sucht? Du!!! Sag mirs’ doch!! Wei­ter­lei­ten!

05. Oktober 1940

Hilde vor dem Hoffmans Haus, L. 30.10.1938
Hil­de vor dem Haus des Hoff­mans, L. 30.10.1938

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Sonn­abend, den 5. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teue­res [sic] Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!​

Schon tausch­ten wir die ers­ten herz­li­chen Wor­te, schon waren wir uns inner­lich ein paar gute Schrit­te näher­ge­kom­men, als wir dann uns[e]re Bil­der tausch­ten, Herz­lie­bes! Mein gan­zes Inne­re geriet wie­der in Auf­ruhr damals, ähn­lich wie an den Tagen, da wir die ers­ten Brie­fe wech­sel­ten. Da lagen nun zwei Bil­der — wie­viel Frau­en – und Mäd­chen­bil­der hat­te ich schon gese­hen und betrach­tet! — und sie soll­ten nun etwas ganz beson­de­res vor­stel­len, mit ihnen soll­te ich mich anfreun­den für das gan­ze Leben, aus ihnen soll­te mich die eine anschau­en, die ich mir auf die­ser Erde zur Gefähr­tin erwähl­te! Es war ein Kampf, ein Rin­gen in mir, Du! Und was da kämpf­te, was da rang, das waren die Wunsch­bil­der mei­ner Träu­me von der Aus­er­wähl­ten, mit den Bild­nis­sen des Men­schen­kin­des, das mir bekann­te, wie unend­lich es mich lie­be. Wei­ter­le­sen!