Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Sünde

13. Oktober 1941

[411013–2‑1] Mon­tag, am 13. Okto­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du lie­ber, liebs­ter [Roland]! Es ist Vor­mit­tag, ich bin allein. Und ich muß mir jetzt eine Stun­de Zeit gön­nen, bei Dir zu sein, Du! Du klag­test in zwei Dei­ner Boten über die Form­lo­sig­keit uns[e]rer Zeit. Ich habe Dich ver­stan­den, Herz­lieb. Ich muß auch alle Dei­ne Betrach­tun­gen und […]

16. August 1941

[410817–1‑1] Sonn­abend, den 16. August 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes Weib­chen! Du!!! Du!!!!! Ach, ist es denn so klein, mein Herz­lieb? Daß mir nur die chen und lein gefal­len mögen? Ist doch alles sooo groß an ihm: die Ärm­chen und Händ­lein, und die Bei­neln und Füßeln – das Köpf­chen ist ja nicht groß – und das Münd­chen, […]

25. Januar 1941

[410125–1‑1] Sonn­abend, den 25. Janu­ar 1941. Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Hol­de mein!! Wovon ich Dir ges­tern schrieb, das bewegt mich heu­te noch so, und ich muß Dir noch davon schrei­ben heu­te. „Ist denn die Lie­be Sün­de?“, so höre ich Dich noch betrübt fra­gen. Die­se Fra­ge hat mich schon manch­mal bewegt und tut es noch. […]

05. September 1938

[380905–1‑1] L. am 5. Sept. 1938 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Lan­ge hat der Sonn­tag in mir nach­ge­klun­gen, und es war kein Miß­ton in dem Klang. Ihre Fra­ge am Brie­fen­de sagt mir, daß auch Sie zufrie­den waren. Schon im Zuge habe ich mich über mei­ne alber­ne Ant­wort geär­gert: „Doch, es war sehr nett”. Sie hät­ten nicht fra­gen sol­len. […]

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