02. November 1938

[381102–1-1]

L. am 2. Nov. 1938

Lie­be [Hil­de]!

Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt mich. Nach 12 habe ich eine Vier­tel­stun­de still gelauscht und wur­de etwas ruhi­ger, weil ich den Brief in Ihrer Hand wuß­te. Aber nun kommt die Unru­he wie­der über mich. Ich will mich aus­lau­fen, nach B.. Aber die trü­ben Gedan­ken wer­den mit­ge­hen. Der Gedan­ke macht mich ganz unglück­lich, daß wir die böse Erin­ne­rung erst in 4 Wochen aus­lö­schen sol­len. Wol­len wir uns nicht nächs­ten Sonn­tag tref­fen? Die­ser Gedan­ke nur kann mich trös­ten. Wei­ter­le­sen!

30. Juni 1938

T&Savatar[380630–1-1]

28.6.38

L. am 30. Juni 1938.

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Zunächst bestä­ti­ge ich dan­kend den Emp­fang des Schrei­bens Ihrer Eltern. Ich wuß­te, es daß es für Sie einen schwe­ren Schritt bedeu­te­te, und es tut mir leid, daß Sie in Ängs­ten waren; aber es muß­te sein.— Ich schrei­be Ihnen heu­te, wie ich zur Eben­bür­tig­keit den­ke. Wei­ter­le­sen!