17. August 1941

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Sonn­tag, den 17. August 1941

Mei­ne, lie­be, liebs­te [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Nur noch weni­ge Stun­den sind am Tage, es geht auf 10 Uhr. Ich bin eben erst ein­ge­trie­ben [sic] mit Kame­rad K., Kame­rad H. war Schrei­ber vom Dienst. Auf einem Aus­flug waren wir heu­te. Für die Schrei­ber unten im Hafen war es so ein bis­sel Zwang, dar­an teil­zu­neh­men, mir stell­te man es anheim – und dem Kame­rad K. zulie­be und um nicht unk­ame­rad­schaft­lich zu erschei­nen, bin ich mit­ge­fah­ren. Etwa 12 Mann fuh­ren wir in zwei Per­so­nen­wa­gen die Bucht ent­lang, etwa 20 km von der Stadt ent­fernt zu einem Bade­strand und Aus­flugs­ort der Bewoh­ner von Salo­ni­ki. Es war äußerst inter­es­sant, auf so ange­neh­me Art ein­mal die Umge­bung der Stadt ken­nen­zu­ler­nen. Wei­ter­le­sen!

27. Oktober 1940

Von Braz­za­vil­le aus ver­brei­te­te Charles de Gaul­le am 28. Okto­ber 1940 sein Mani­fest, in dem er die fran­zö­si­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu allen Anstren­gun­gen in die­sem Krieg auf­ruft.

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Sonn­tag, den 27. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Hol­de mein!

Hol­de, komm! Setz Dich neben mich, lehn Dein Köpf­chen an mei­ne Schul­ter, laß Dir Dein lie­bes Köpf­chen strei­cheln. Dein alter, lan­ger, dum­mer, guter [Roland] sitzt neben Dir, Dein Hubo, Dein Dicker­le. Und jetzt als Dein Beschüt­zer. Für einen Augen­blick ver­gißt er, daß [er] die lie­be, schö­ne, hei­ße jun­ge [Hil­de] in sei­nen Armen hält, er fühlt jetzt nur sei­nen Schütz­ling, sein [Hilde]kind, sein [Hilde]herz. Du magst ihn fort­ja­gen, magst ihn verwünschen,—er wird nicht von Dei­ner Sei­te wei­chen und wird Dir folgen—aus Lie­be. Und was er Dir jetzt sagt mit ruhi­ger, väter­li­cher Stimme—er sagt es aus lau­ter Lie­be: Mußt Dich fein brav und ruhig hal­ten. Liebs­te,! [sic] wie schreck­lich wäre das, wenn Dei­ne Augen mich nicht mehr erkenn­ten, wenn Dei­ne Stim­me an mir vor­bei­gin­ge in die Irre, wenn Du nicht mehr wüß­test, daß ich bei Dir bin! Fein still und gedul­dig! Mußt Dich dazu zwin­gen, Herz­lieb, mußt dar­um beten, daß Du stark bleibst! Mein lie­bes [Hilde]herz! Denk an Dei­ne Gesund­heit, denk an uns[e]re Zukünft, denk dar­an, daß wir uns doch noch ein gan­zes lan­ges Leben lieb­ha­ben wol­len! Wei­ter­le­sen!

16. September 1940

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Ein­mach­glä­ser, Foto zwi­schen 1941 und 1945, Autor unbe­kannt, USA, Libra­ry of Con­gres LC-USW36-949 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

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Mon­tag, am 16. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

End­lich kom­me ich nun zum Sit­zen. Was das Ein­we­cken bloß für Arbeit und Zeit kos­tet. 7 Glä­ser Pflau­men sind es gewor­den, 1 Glas Apfel­mus und ich schät­ze 3 gro­ße Fla­schen Holun­der­saft, der muß erst aus­küh­len, ehe ich ihn ein­fül­len kann. Mitt­ler­wei­le ist es schon 4 Uhr gewor­den. * [sic] Vater, der alte Unruh[e]geist[,] kam auch schon wie­der gekro­chen, der soll­te noch schla­fen, weil er Nacht­dienst hat die­se Woche. Ich hab[e] ihn noch [ein] bis­sel [sic: biss­chen] zur Mut­ter geschickt, wenn er mir immer her­um rumort, da hab[e] ich kei­ne Andacht zum Schrei­ben. Wei­ter­le­sen!