22. Januar 1941

T&Savatarsm[410122–2‑1]

Mitt­woch, am 22. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Gelieb­ter Du!! Mein lie­ber, herz­lie­ber [Roland]!!

Jetzt ist es 3 Uhr nach­mit­tags, nun kann ich mit Dir plau­dern, Du!! Ich bin eben fer­tig mit dem Plät­ten Dei­ner Wäsche, vor­her habe ich eine Men­ge klei­ner Löcher gestopft im Nacht­hemd – das ist auch eines von den alten – [es] ist halt nicht mehr viel zu ret­ten. Du hast schon recht – und das hab[‘] ich mir schon lang vor­ge­nom­men – daß wir, sobald Frie­den ist und die Kauf­mög­lich­kei­ten sind ent­spre­chend, Dei­nen Bestand an Leib­wä­sche auf­bes­sern. Wei­ter­le­sen!

29. Dezember 1940

T&Savatar[401229–1‑1]

Sonn­tag, den 29. Dezem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Ein grau­er, trü­ber Sonn­tag drau­ßen. Es reg­net. Aller Schnee ist zer­ron­nen. Was tun? Ich set­ze ich mich vor mei­nen Bogen und den­ke an mein Lieb, dann scheint die Son­ne so hell und warm, Du, mein Glück! Vor­hin kam schon ein Son­nen­strahl zu mir, Dein lie­ber Bote vom 2. Fei­er­tag. Ich dan­ke Dir für alle Lie­be und Treue, die Du mir dar­in wie so immer erzeigst, dies­mal nur wie­der ein wenig [a]nders. Gelieb­te! Das Ver­trau­en zwi­schen uns, das rest­lo­se höchs­te und letz­te Ver­trau­en, es ist das all­er­köst­lichs­te, es ist sowohl die Frucht als auch die Knos­pe uns[e]rer gro­ßen, rei­nen Lie­be, es ist der blaue Him­mel uns[e]res Glü­ckes. Es ist, was unse­ren Bund zum ein­zi­gen, ein­ma­li­gen, kost­ba­ren Besitz macht, was  ihn her­aus­hebt über alle ande­ren engen Bin­dun­gen zu Freun­den und Ver­wand­ten; die­ses Ver­trau­en, das sei­ne sicht­ba­re Erfül­lung fin­det in unse­ren glück­lichs­ten Stun­den; die­se Stun­den, die alle Glück­se­lig­keit ver­lie­ren [w]ürden, wenn die­ses Ver­trau­en nicht bestün­de. Wei­ter­le­sen!

26. Dezember 1940

T&Savatar[401226–1‑1]

Mitt­woch, den 25. Dezem­ber [’]40.

Mein lie­bes, teu­res Herz!

1. Weih­nachs­fei­er­tag am Abend. Herz­lie­bes! Was gibst Du wohl jetzt an? Sitzt viel­leicht am Radio, wenn ihr es noch gekriegt habt? Heut[’] gab es eine Fest­auf­füh­rung der Bohè­me von [Gia­co­mo] Puc­ci­ni. Ich habe nur ein ganz klei­nes Stück gehört, herr­li­che Stim­men, und gera­de wie­der die Stel­le vom klei­nen Händ­chen [„Che geli­da mani­na“]! Ach Du! Was ruft die­se Musik her­auf an Seehnen und Süße!! Mein Tages­lauf heu­te? Um 8 Uhr Wecken. Um ¼ 10 Uhr gemein­sa­mes [F]rühstück: Beleg­te Bröt­chen, Boh­nen­kaf­fee. 10–12 Uhr: An Dei­nem [B]rief geschrie­ben. 12 Uhr Mit­tag: Rum­steak [sic], Rot­kraut, Pud­ding. Ab 1 Uhr Mit­tags­ru­he. ¼ 4 Uhr weck­te man mich zur Arbeit: Rest­li­che Pho­to­al­ben waren gekom­men und muß­ten beschrif­tet wer­den. Wei­ter­le­sen!

10. September 1940

[400910–2‑1]

Diens­tag, am 10. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nun habe ich wie­der mein lie­bes Zuhau­se um mich, und ich bin recht froh — füh­le mich wohl. Ges­tern abend um 6 Uhr traf ich wie­der hier ein.  Und seit ges­tern haben wir in uns[e]rer Gegend auch wie­der Regen­wet­ter. Alles sieht trost­los grau aus. Es liegt eine unru­hi­ge Zeit hin­ter mir. Die bei­den Jun­gen haben mei­ne star­ken Ner­ven direkt ange­grif­fen. Von mor­gens an, wenn sie die Augen auf­ta­ten, bis zum Abend ging ihr klei­nes Mund­werk, als wäre es auf­ge­zo­gen. Die­se Fragerei–bis aufs’ Blut [fr]agen sie dich aus! Und dabei sind sie so ver­wöhnt und auch ver­zo­gen, ich sag­te Dir das schon ein­mal.

[Johan­na Haa­rer schrieb meh­re­re Best­sel­ler zur Kin­der­er­zie­hung im ‘Drit­ten Reich’, wie hier Johan­na Haa­rer, 1939, Mut­ter erzähl von Adolf Hit­ler, J.F. Leh­manns Ver­lag, München/ Ber­lin.]
Wei­ter­le­sen!

27. Januar 1939

Rangabzeichnungen der NSDAP, ca. 1930, Quelle: National Archives & Records Administration, Aufgeladen von OberRanks, 3 January 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File:EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, heruntergeladen Dez 2013
Rang­ab­zeich­nun­gen der NSDAP, ca. 1930, Quel­le: Natio­nal Archi­ves & Records Admi­nis­tra­ti­on, Auf­ge­la­den von Ober­Ranks, 3 Janu­a­ry 2010, http://en.wikipedia.org/wiki/File: EarlyNaziPartyRanks-NARA.jpg, her­un­ter­ge­la­den Dez 2013

[390127–1‑1]

L. am 23. Jan. 1939

Am Mon­tag.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Eben kom­me ich von mei­nem Spa­zier­gang nach Hau­se. Einen Blick muß­te ich wer­fen nach dem Wes­ten. Ver­gan­ge­ne Woche war ich eini­ge­ma­le [sic] abends unter­wegs. Wenn Gedan­ken und Gefüh­le mich bestür­men, dann treibt es mich hin­aus. Es ist, als ob sie tief dann unter dem gleich­mä­ßi­gen Puls mei­ner Schrit­te bes­ser ord­nen lie­ßen. So war es am Mitt­woch, so am Don­ners­tag, als ich den Brief an Ihre Mut­ter zum Auto gebracht hat­te, so am Frei­tag, als ich Ihren Brief besorg­te. Es war eine böse Woche, ein wil­des Karus­sell der Gedan­ken und Gefüh­le. Wei­ter­le­sen!