Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Sterben

01. Dezember 1938

[381201–1‑1] L. am 1.12.1938 Lie­be [Hil­de]! 14 Tage sind fast dar­über ver­gan­gen, daß wir uns sahen. Die Ein­drü­cke ver­blas­sen. 14 Tage sind noch hin, ehe wir uns wie­der­se­hen. Da tre­ten die Brie­fe wie­der in ihre Rech­te. Es ist etwas Eige­nes um so einen Brief. Da hal­te ich die Bogen in Hän­den, die vor­her in Ihrer […]

18. August 1938

[380818–1‑1] 16.8.38 18.8.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Vie­len Dank für Ihre lie­ben Zei­len. Ich muß rich­tig­stel­len: Ganz ein­sam bin ich nicht mehr. Es ist jemand, der sich um mich küm­mert. Sie ken­nen die­sen Jemand. Der Gedan­ke an die­se lie­be Per­son, daß ich ihr alles schrei­ben und mit­tei­len könn­te, daß sie mir bleibt nach dem Ver­lust, sie […]

14. August 1938

[380814–2‑1] O., am 14. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Heu­te früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nach­richt vom Heim­gan­ge Ihrer lie­ben Groß­mutter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forsch­lich sind doch Got­tes Wege. Sie haben alle die furcht­ba­ren Stun­den mit­er­lebt, macht­los dem Schick­sal gegen­über. Und für einen emp­find­sa­men Men­schen wohl das Schlimms­te — Ein­sam­keit im Her­zen. Ich […]

11. August 1938

L. am 11.8.1938 5 6 //7 [*]// 8 9 10 11 12 13 14 [*] Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! /Das waren ein paar schwe­re Tage. Uns[e]re Groß­mutter ist mit­ten aus ihrem Sor­gen / und Schaf­fen abge­ru­fen wor­den. Gott gab ihr ein gnä­di­ges Ende. Vori­ge Woche ging ich baden, Diens­tag und Mitt­woch in B., Don­ners­tag und Frei­tag in G.. […]

Nach oben scrollen