Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Stand

10. November 1938

[381110–1‑1] L. am 10. Nov. 1938. Lie­be [Hil­de]! Sie dür­fen Ihren Bei­trag zu uns[e]rer Freund­schaft nicht gering ach­ten. Lie­be und Güte sind Tugen­den des Her­zens. Sie sind heu­te so sel­ten. Über­all regiert der kal­te Ver­stand, der Vater des Zwei­fels. Auch ich bin der Lie­be ent­wöhnt. Hart war ich oft gegen mich selbst. Hart macht unser […]

31. August 1938

[380831–2‑1] O., am 31. August 38. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! [I]ch bin am Sonn­tag wie­der gut zu Hau­se ange­langt. Doch nicht so froh und unbe­schwert als ander­mal. Sie muß­ten es ganz gewiß auch spü­ren; es ist seit dem Abschied etwas zwi­schen uns getre­ten, etwas Dunk­les, Frem­des. Ich quä­le mich die gan­ze Zeit mit dem Gedan­ken, daß […]

15. Juli 1938

[380715–2‑1] 14.7.38 O., am 15. Juli 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Es ist nicht in Wor­te zu fas­sen, wie glück­lich ich bin. Die Zeit drängt und doch kann ich nicht eher schrei­ben, bis ich die vol­le Gewiß­heit habe. Heu­te wur­de sie mir zu teil und ich kann es kaum fas­sen. „Ich darf”, noch nie waren die­se […]

4. Juli 1938

[380704–2‑1] 2.7.38 O., am 4. Juli 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Heu­te muß ich den Brief begin­nen, auch wenn ich weiß, daß ich ihn nicht zu Ende schrei­ben kann, mei­ner Müdig­keit hal­ber. Doch ich bin dann im Bewußt­sein, Ihnen Genü­ge getan zu haben, indem ich Ihnen mei­ne gute Heim­kehr mel­de. Ja, mei­ne Rück­rei­se ging etwas ver­dreht […]

30. Juni 1938

[380630–1‑1] 28.6.38 L. am 30. Juni 1938. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Zunächst bestä­ti­ge ich dan­kend den Emp­fang des Schrei­bens Ihrer Eltern. Ich wuß­te, es daß es für Sie einen schwe­ren Schritt bedeu­te­te, und es tut mir leid, daß Sie in Ängs­ten waren; aber es muß­te sein.— Ich schrei­be Ihnen heu­te, wie ich zur Eben­bür­tig­keit den­ke. Plea­se […]

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