18. Mai 1941

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Sonn­tag­abend, am 18. Mai 1941

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Das Brief­pa­pier ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt wel­ches auf­trei­ben kön­nen. Erst kom­men­de Woche bekom­men die Geschäf­te wie­der wel­ches her­ein. Aber dies hier ver­rich­tet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Herz­lieb alles Lie­be erken­nen kann, das ich ihm schrei­ben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Wei­ter­le­sen!

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21. April 1941

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Sonn­tag, den 20. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te, Gelieb­te mein!!

Wo soll ich nun anfan­gen mit dem Erzäh­len? Sollst doch teil­neh­men an allem, was hier vor­geht und was wir hier erle­ben! Ein Päck­chen, wie­der von Dir!, kam heu­te an – mit Fil­men. Konn­te ich gleich einen ver­knip­sen heu­te und brauch­te nicht zu gei­zen. Er geht mit die­ser Post ab, und ich bin gespannt, ob die­se Packun­gen unan­ge­tas­tet in Dei­ne Hän­de gelan­gen. Für Dei­ne Besor­gun­gen sei recht lieb bedankt – noch viel lie­ber für Dei­nen Gruß – ich freue mich, daß Du mir die sin­ni­gen Kar­ten schickst – sind doch sehr schön und sin­nig. Wei­ter­le­sen!

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16. April 1941

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Mitt­woch, am 16. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­lieb mein!!

Gelieb­ter! 3 lie­be Boten bekam ich heu­te von Dir! Ich bin ja soo [sic] glück­lich und voll Freu­de dar­um, Du! Ich dan­ke Dir recht lieb!! Und auch ein Bild von mei­nem Herz­lieb ist dabei! Es gefällt mir ja ganz sehr, Du! Möch­te am liebs­ten zu Dir hin­tre­ten wie Du so in der Ecke sitzt, ganz ver­sun­ken, schrei­bend, und Dein Köpf­chen hoch­he­ben, und einen ganz, ganz lie­ben Kuß Dir schen­ken! Ich muß Dich ganz sehr lieb­ha­ben, so wie ich Dich auf die­sem Bil­de sehe! Ach, wenn ich nur erst all die Nega­ti­ve da hät­te! Ich freue mich dar­auf, mei­nen Hubo in alle mög­li­chen Stel­lun­gen zu sehen! Wei­ter­le­sen!

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04. April 1941

StateLibQld 1 169627 Voltaire (ship).jpg
Der bri­ti­sche Frach­ter Vol­taire wur­de am 4. April 1941 vom deut­schen Hilfs­kreu­zer Thor vor den Kap­ver­den ver­senkt. Hier, wie im gesam­ten See­krieg, fie­len zahl­rei­che Tote. Foto­graf unbe­kannt, archi­viert in der John Oxley Libra­ry, Sta­te Libra­ry of Queens­land, lizenz­frei über https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14509208, 04.2016.

[410404–1‑1]

Frei­tag, den 4. April 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!

April schrei­ben wir. Dein Geburts­tags­mo­nat, die­ser när­ri­sche. Aber doch auch Oster­mo­nat und Früh­lings­brin­ger.

Ach, viel zag­haf­ter, lei­ser und fei­ner setzt er an in der Hei­mat! Viel län­ger läßt er auf sich war­ten – des­to fro­her begrü­ßen wir ihn dann. Ohne gro­ßes Auf­se­hen, ohne Umstän­de blüht hier alles drauf­los: Pfir­si­che, Kir­schen, Äpfel, Bir­nen, Flie­der – in die­ser Fül­le ach­tet man kaum dank­bar das ein­zel­ne. Die­se April­ta­ge mit som­mer­li­cher Wär­me am Mit­tag und mit den war­men Aben­den, die bei uns selbst im Som­mer sel­ten sind, sie bie­ten sich hier ver­schwen­de­risch dar. Und noch ein ande­res: das herr­li­che, viel­stim­mig jauch­zen­de Kon­zert der Vögel in der Frü­he, es ist hier nicht. Nur Hah­nen­krä­hen und Sper­lings­ge­zänk. Klei­nig­kei­ten – viel­leicht – und doch Wesens­un­ter­schie­de, die bei Natur und Mensch man­cher­lei Par­al­lelerschei­nun­gen haben. Deutsch­lands Raum ist bekannt dafür, daß in ihm die Jah­res­zei­ten am deut­lichs­ten aus­ge­prägt sich abspie­len. Frank­reich hat kei­nen so rech­ten Win­ter, der Nor­den kei­nen rich­ti­gen Som­mer, der Osten weni­ger aus­ge­präg­te Über­gangs­jah­res­zei­ten und gar nicht die Natur, an der sie in Erschei­nung tre­ten könn­ten. Wei­ter­le­sen!

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